Jörg Woltmann

Ein Preuße, wie er im Buche steht

Jörg Woltmann lädt an diesem Wochenende wieder zum KPM-Hoffest

Jedes Jahr im Sommer lädt Jörg Woltmann zum Hoffest der Königlichen Porzellan Manufaktur (KPM). In diesem Jahr haben der Chef und seine Gäste sogar noch einen weiteren Grund zum Feiern: 250 Jahre besteht nun das Traditionsunternehmen. Ohne Woltmann wäre das wohl nicht möglich. Er kaufte Berlins ältesten Gewerbebetrieb 2006 und rettete die KPM damit vor der Insolvenz. Aus reinen Investmentgründen keine sinnvolle Entscheidung, sagt der Bankier, der sich selbst als „Preußen, wie er im Buche steht“ beschreibt: „Es war eher ein Bauchgefühl, eine emotionale Entscheidung. Wer kann sich schon den Luxus leisten, ein Traditionsunternehmen und ein Kulturgut zu besitzen?“

Woltmann waren die schönen Dinge des Lebens schon immer wichtig. Seit seinem 18. Lebensjahr sei er auf allen Fotos in Anzug mit Krawatte und Einstecktuch zu sehen, erzählt er und lacht. „Wenn ein Mann fürs Leben sparen will, dann müsste er sich mit 18 zehn Paar Maßschuhe kaufen. Und wäre mit dem Thema für immer durch. Aber wer kann sich diesen Luxus schon leisten?“ Woltmann mittlerweile schon: den Luxus, nur Maßanzüge zu tragen, aber auch den Luxus, nicht ständig ans Handy gehen zu müssen. „Nur acht Leute haben meine Nummer. Und wenn es klingelt, dann ist es wirklich wichtig. Meine Familie oder jeweils die Verantwortlichen aus den Unternehmen, denen ich vertraue.“ Woltmann gibt zu, dass es Vieles gibt, was seine Mitarbeiter besser können als er selbst. Und dann lässt er sie auch machen. Auch das sei Luxus.

Obwohl die KPM derzeit noch keine Goldgrube ist, ist Jörg Woltmann davon überzeugt, dass er damit auf lange Sicht profitabel werden kann. „Ich lebe Tugenden wie Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit und Pünktlichkeit auch in meinen Unternehmen vor“, sagt er. „Damit bin ich immer sehr gut in meinem Geschäftsleben zurecht gekommen.“ Doch vor allem ohne Fleiß gehe es nicht: „Ich arbeite immer und habe immer viel gearbeitet. Das ist mein Leben. Ich wäre nie im Traum darauf gekommen mir zu wünschen, im Lotto zu gewinnen und dann mit dem Arbeiten aufzuhören.“

Das Hoffest im KPM Quartier in der Wegelystraße 1 in Charlottenburg ist am heutigen Sonntag von 13 bis 18 Uhr geöffnet. Die Besucher können sich neben Live-Musik auf kulinarische Köstlichkeiten, ein Kinderprogramm sowie ein Porzellan-Gewinnspiel freuen. Der Eintritt ist frei.