Golfgeflüster

Erlebnisgolf im Regen

Petra Götze über Turniere in Berlin und Brandenburg

Dank Wetter-App und Regenradar weiß jeder Golfer, worauf er sich einlässt. Leider stimmten die schlechten Prognosen für das vergangene Wochenende, sodass der Brandenburger Wirtschaftspresse-Cup in Semlin am See im Dauerregen versank. Tapfer wurden aber 18 Löcher durchgespielt, und am Ende waren alle 108 Teilnehmer stolz, durchgehalten zu haben. „Jetzt wisst ihr endlich, was Funktionskleidung ist und ob sie etwas taugt“, erklärte Turnierveranstalter Jürgen Simmer nach der Runde.

Glück mit dem Wetter hatten dagegen die Gäste des Capital Cups der Messe Berlin. Allerdings erwies sich der Südplatz am Seddiner See mit seinem dichten Rough auch ohne Regen als schwierig genug. Meine Mitspielerin Christine Meder und ich haben dank unserer männlichen Spielpartner sämtliche Gras- und Kleesorten Brandenburgs kennengelernt. Die Bälle von Rolf H. Neumann und Peter Schuck landeten erst auf dem Fairway, als die Herren den Driver stecken ließen und das kleinere Holz nahmen. Auch Messe-Chef Raimund Hosch gestand, er sei 36 Kilometer gelaufen – nach links und rechts. Angesichts des allgemeinen Gejammers über die schlechten Ergebnisse begann er die Siegerehrung mit den Worten: „Liebe Trauergemeinde ...“

Dabei gab es durchaus erfolgreiche Spieler: Der chilenische Botschafter Jorge O’Ryan Schütz siegte in seiner Handicap-Klasse, Mercedes-Chef Walter Müller gewann mit 2,80 Metern den Sonderpreis für Nearest to the Pin. Einen Doppelsieg gab es beim Longest Drive für das Ehepaar Doris und Klaus Meier vom Sporting Club Bad Saarow. Doris Kaiser-Meier (Handicap 11,7) wurde dazu noch Bruttosiegerin des Messe Cups, bei den Herren gewann Norbert Meder (Handicap 14,3). Beim köstlichen Spargelbüffet der neuen Seddiner Gastronomin Claudine Friebe war der Kummer über schlechte Schläge schnell vergessen.

„Dein Handicap ist nur im Kopf“ lautet der Titel eines Werkes von Bernd H. Litti. Doch nach dem Maritim Golfturnier am Timmendorfer Strand im strömenden Regen kam der Golfcoach, der unter anderen Heiner Lauterbach trainiert, zu einer weiteren Erkenntnis: „Wir sind keine Ergebnis-, sondern reine Erlebnisgolfer.“