Golfgeflüster

Putten als Passion

Petra Götze über Turniere in Berlin und Brandenburg

Premiere im Golfclub Wannsee: Zum ersten Spieltag der neuen Deutschen Golf Liga reisten am vergangenen Wochenende die besten jungen Spieler und Spielerinnen aus Hamburg, Düsseldorf und Frankfurt an, um sich mit den Wannseer Teams und der Damenmannschaft aus Gatow zu messen. Zu den Berliner Favoriten zählen Lara Katzy (Handicap +2,7), Michéle Holzwarth (+0,8) und der Pro Philipp Mejow. Der jüngere Bruder von Golfprofi Martin Kaymer, Philip Kaymer, spielt mit Handicap +0,6 für den Düsseldorfer Golfclub Hubbelrath. Der Präsident des Deutschen Golfverbandes, Hans Joachim Nothelfer, erhofft sich mit dem neuen Liga-System die Erfüllung der „Vision Gold“, was für Rio 2016 wohl ein Traum bleiben wird.

Liga-Sponsor Wiestaw Kramski hat seine Vision schon umgesetzt – er stellt in seinem Pforzheimer Werk teure Präzisions-Putter her. Auf die Frage nach dem Geheimnis seiner Schläger antwortet er freundlich: „Der Preis.“ Dazu kann man bei ihm auch ein Putt-Seminar besuchen – mit Erfolgsgarantie. „Ich bin besessen vom Putten“, gesteht Meister Kramski, was er mit nur 28 Putts auf dem 18-Loch-Platz in Wannsee gleich unter Beweis stellte.

Dass Geduld zum Golfen gehört, stellte wieder einmal Roderich Wegener-Wenzel vom Berlin-Brandenburgischen Golfverband fest. „Manche verwechseln das Spiel wohl mit einem Museumsbesuch“, bemerkte er nach einer überlangen Turnierrunde. „Vielleicht sollte man zügiges Spiel mal genauer definieren.“ Alles Auslegungssache, denn trödeln tun natürlich immer nur die anderen, vor allem die Spieler vor einem. Das Spieltempo ist übrigens keine Frage des Handicaps. Normalerweise sollte man 18 Löcher in gut vier Stunden bewältigen, in Turnieren sind fünf Stunden keine Seltenheit. Michael Siebold, Handicap 4,6, gestand bei seiner Rede als Brutto-Sieger des Securitas-Turniers am Seddiner See: „Ich war im ersten Flight, und wir haben sechs Stunden gebraucht.“

Da machen selbst die bequemsten Golfschuhe schlapp, wie ich schmerzlich feststellen musste. Gegen müde Füße hat die Physiotherapeutin Simone Märten für Golfclubs einen Apparat namens „Perl“ erfunden, eine Art Fußmassage-Maschine. Tut gut und macht viel mehr Spaß als Schlägerputzen.