Claus Theo Gärtner

„Hier kenne ich jeden Laden“

Claus Theo Gärtner freut sich, wieder in seinem alten Berliner Kiez zu wohnen

Er ist jetzt endlich wieder ein Berliner. Anfang April bezog Claus Theo Gärtner gemeinsam mit seiner Frau Sarah eine 160 Quadratmeter große Altbauwohnung in Charlottenburg. Hier fühlt sich der Darsteller, der als Privatdetektiv Josef Matula mit der ZDF-Krimiserie „Ein Fall für zwei“ bekannt wurde, nach eigenen Angaben „sauwohl“.

„Ich bin in Charlottenburg aufgewachsen, das ist mein Kiez. Da kenne ich jeden Laden. Hier bin ich der Claus Theo und nicht der bekannte Schauspieler“, sagt er. Ein paar Kisten müssten in der neuen Wohnung zwar noch ausgepackt werden, aber sonst sei alles fertig. Mehr als 15 Jahre hatte Gärtner in Wiesbaden gewohnt. Das war praktisch, da „Ein Fall für zwei“ im benachbarten Frankfurt gedreht wurde. Doch nun hat er die Lederjacke, die er als Matula stets trug, an den Nagel gehängt. Nach gut 30 Jahren hört er auf mit der Verbrecherjagd.

„Irgendwann musste mal Schluss sein, schließlich habe ich noch sehr viel anderes vor“, sagt er. Seine Karriere hatte ursprünglich am Theater begonnen. Nachdem der Berliner mit der rauchig-markanten Stimme unter anderem als Stahlarbeiter und Dachdecker gejobbt hatte, bekam er ein Stipendium für die Staatliche Hochschule für Musik und Theater in Hannover.

Später erhielt er Engagements auf Bühnen quer durch die Republik: Die Staatstheater in Braunschweig, Oldenburg und Stuttgart zählten ebenso zu seinen Stationen wie die Berliner Schaubühne oder das Thalia-Theater in Hamburg. Es folgten erste TV-Auftritte, mit der Rolle in dem Thriller „Zoff“ gewann er 1972 den Bundesfilmpreis. Dennoch war Anfang der 80er-Jahre viel Überzeugungsarbeit des Produzenten nötig, damit Gärtner überhaupt den Josef Matula spielt. „Ich wollte dieses leidige Thema beenden, weil Georg Althammer über ein Jahr lang auf mich eingeredet hat“, erinnert sich Gärtner. „Um das Gespräch zu beenden, habe ich fiktiv eine Zahl aufgeschrieben.“ Er habe sich bereit erklärt, 100 Folgen zu drehen. Am Ende wurden es 300.

Jetzt ist er vor allem glücklich, wieder in der Heimat zu sein. „Berlin ist einfach eine tolle Stadt, mit super Vibrations. Hier ist alles immer in Bewegung. Das hat sicher auch mit den Leuten zu tun, die hierherkommen. Das prägt die Stadt. Wenn ich in meinem Kiez unterwegs bin, sehe ich auch ständig Horden von Schulklassen“, sagt der Schauspieler. Wiesbaden hingegen werde er nicht allzu sehr vermissen. „Vielleicht meine Freunde, die ich dort kennengelernt habe. Aber die kommen auch alle zu meiner Geburtstagsparty. Wiesbaden ist eine sehr schöne Stadt, aber leider auch sehr in Traditionen verhaftet. In Berlin dagegen gibt es ständig etwas Neues.“

Apropos Geburtstagsparty: Am heutigen Freitag wird Gärtner 70 Jahre alt. „Wenn mir das nicht ständig jeder unter die Nase reiben würde, würde ich davon gar nichts merken. Ich fühle mich topfit“, sagt er und lacht. Gefeiert wird ausgiebig, mit Familie, Freunden und Kollegen.

„Ich habe mir eine große Party gewünscht. Meine Frau hat das für mich organisiert. Das ist ihr Geschenk an mich“, sagt Gärtner. Auch für die Zeit danach hat er schon ganz konkrete Pläne. „Wenn meine Party vorbei ist, werde ich nach Basel fahren und meiner Frau assistieren, die dort gerade ein neues Theaterstück inszeniert. Danach geht es mit unserem Truck auf eine längere Reise durch die baltischen Staaten bis zur Seidenstraße. Wir waren schon in ganz Europa unterwegs. Zuletzt sind wir drei Monate durch Afrika gefahren.“