Auszeichnung

Sehen mit Herz und Ohren

In Berlin wird bei einer Gala wieder der Deutsche Hörfilmpreis vergeben

„Man sieht nur mit dem Herzen gut. Das Wesentliche ist für die Augen unsichtbar.“ So lautet das Zitat von Antoine de Saint-Exupéry aus „Der kleine Prinz“. Damit aber auch Menschen, die nicht oder nur schlecht sehen können, das Geschehen auf der Leinwand und im Fernsehen verstehen können, gibt es Hörfilme. Diese mit Audiodeskription aufbereiteten Werke für Blinde und Sehbehinderte standen am Dienstagabend bei der elften Verleihung des Deutschen Hörfilmpreises im Mittelpunkt. Im Atrium der Deutschen Bank Unter den Linden wurden Kino- und TV-Filme ausgezeichnet. Moderatorin Nina Eichinger gehörte erstmals zur Jury des Hörfilmpreises. „Das war eine ganz spannende Arbeit. Anfangs habe ich immer die Augen zugemacht. Es geht ums genaue Zuhören und sich Einfühlen in die Beschreibungen.“ Renate Reymann, Präsidentin des Deutschen Blinden- und Sehbehindertenverbands, freute sich über das gesteigerte Angebot an Hörfilmen. „Es hat sich schon einiges getan. Aber es kann noch besser werden“, sagte sie und ergänzte: „Um Filme zu lieben, muss man sie nicht sehen.“ So trugen auch viele der Gäste Spezialbrillen, die eine eingeschränkte Sehfähigkeit simulieren.

Durch die Preisverleihung führte Moderatorin Dunja Hayali, die gestand: „Bislang habe ich mich mit dem Thema kaum beschäftigt. Ich habe viel gelernt.“ In der Rubrik Kino wurde „Ziemlich beste Freunde“ ausgezeichnet. In der Rubrik TV-Produktion gewann der Film „Der letzte schöne Tag“ von Johannes Fabrick. Den Publikumspreis erhielt „Türkisch für Anfänger“. Der Sonderpreis der Jury ging an „9einhalbs Abschied“.