Fernsehen

Alles klar, Frau Kommissar?

Sonsee Neu über ihre Rolle im „Tatort“ und die Herausforderungen des Polizistenberufes

Polizistin wäre kein Beruf für sie, das kann Sonsee Neu nach den Dreharbeiten zur „Tatort“-Folge „Macht und Ohnmacht“ (Ostermontag, 20.15 Uhr, ARD) mit Sicherheit sagen. Zu oft müsse man in diesem Job erleben, „dass man dem Unrecht nicht beikommen kann und dass man als Einzelperson nichts dagegen tun kann“. Mit eben dieser Problematik sehen sich in ihrem jüngsten Fall auch die Münchner Kommissare Franz Leitmayr und Ivo Batic konfrontiert. Ebenso wie Sonsee Neu, die eine ihrer Kolleginnen spielt, ringen sie mit der Frage, wie weit ein Gesetzeshüter für die gute Sache gehen darf. „Ich kann es nachvollziehen, wenn von Polizisten in dem Bestreben und Glauben, das Richtige zu tun, manchmal die Grenzen des Legalen überschritten werden“, sagt die Wahlberlinerin und möchte sich deshalb kein Urteil bilden: „Ich weiß nicht, wie es sich anfühlt, das Richtige tun zu wollen und dabei selbst zum Täter zu werden.“ Gleichzeitig ist sie sich bewusst, dass es auch unter Polizisten schwarze Schafe gibt. „Natürlich wirkt sich eine Machtposition auf Menschen aus. Das liegt bei der Polizei oder in der Armee sicher auch an der Anonymität der Masse und der Gruppendynamik“, sagt sie.