Musik

Schaulaufen beim Echo 2013

Rund 3000 Gäste feiern am Donnerstagabend die Verleihung der Musikpreise im Palais am Funkturm

Dass Robbie Williams auf Helene Fischer steht, hatte der britische Popstar bereits vor der Echo-Verleihung verkündet. Dass diese Sympathie jedoch auf Gegenseitigkeit beruht, wurde gleich zu Beginn der Veranstaltung klar: Schlagersternchen Helene Fischer schwebte in einem silbernen, hautengen Anzug durch das Palais am Funkturm, in dem am Donnerstagabend der Echo, Deutschlands wichtigster Musikpreis, vergeben wurde. Währenddessen sang die 28-Jährige unter dem Jubel des Publikums Robbies „Let me Entertain you“. Glück gehabt. Helene Fischer kann also nicht nur Schlagerfans begeistern.

Mehr als 3000 Gäste, darunter nationale und internationale Größen der Unterhaltung, waren nach Berlin gekommen, um beim musikalischen Gipfeltreffen der deutschen Musikbranche – der 22. Echoverleihung – zu sein. Und nicht nur das: Internationale Stars wie Depeche Mode, David Garrett und Carla Bruni, die Gattin des ehemaligen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy, ließen es sich nicht nehmen, selbst aufzutreten. Die Französin überzeugte lässig mit einer Gitarre in der Hand. Ein relativ kurzes Intermezzo zwar, dennoch genoss sie die Bewunderung von Bundesgesundheitsminister Daniel Bahr. „Als ehemalige First Lady Frankreichs noch auf eine Bühne zu gehen und ihre Erfahrungen in der Musik zu verarbeiten, finde ich sehr mutig“, so Bahr.

Aber auch die Lokalmatadore Seeed und die Band Silly um Anna Loos brachten den Saal zum Kochen. Genau wie die britische Band Hurts. Und das, obwohl Frontmann Theo Hutchcraft ein wenig lädiert aussah: Zuvor war er eine Treppe herunter gefallen und hatte sich am Auge verletzt, erklärte er am rotem Teppich, der traditionell violett war.

Auf dem hatte auch Lena Meyer-Landrut im weißen Spitzenkleid für die Fotografen posiert, später auf der Bühne weinte sie vor Rührung hysterisch, als sie die Auszeichnung „Bestes Video National“ entgegen nahm. Gleich mehrmals musste der Toten-Hosen-Sänger Campino mit Band auf die Bühne. Neben Echos für „Album des Jahres“, „Rock/Pop national“ und einer Ehrung für ihren Song „Tage wie diese“ war die Band bereits am Abend zuvor in der Kategorie „Erfolgreichstes Produzententeam National“ ausgezeichnet worden. Und noch eine Ehre kam Campino zuteil: Der Sänger überreichte Jimmy Page und John Paul Jones von Led Zeppelin den Echo für ihr Lebenswerk. Zudem präsentierten die Hosen mit Hannes Wader, der ebenfalls für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde, eine Rockversion von „Heute hier, morgen dort“.

Zu den weiteren Abräumern des Abends gehörte Lana Del Rey, die nun zwei Echos ihr Eigen nennen darf. Auch Gastgeberin Helene Fischer bekam gleich zwei der Preise – und blieb dafür erstaunlich cool. Vielleicht freute sie sich einfach, dass die Show so reibungslos abgelaufen war: Von den Protesten der Fans der Südtiroler Band Frei.Wild, die von der Veranstaltung aufgrund der Querelen um ihre Nominierung ausgeschlossen worden waren, bekamen die Gäste in der Halle nichts mit. Dort regierte die übliche Gute-Laune-Stimmung, Helene Fischer sei dank.