Rebecca Immanuel

Wieder im Gleichgewicht

Rebecca Immanuel über ihre Rolle als betrogene Ehefrau, die nach der Enttäuschung zu sich selbst findet

Betrogen. Enttäuscht. Nicht mehr in der Lage zu entscheiden, was richtig und was falsch ist. Margit Actis ist eine Frau, die am Rande ihrer Kräfte ist. Als Ehefrau eines erfolgreichen Anwalts steht sie hinter diesem – schon seit Jahren. Doch was, wenn plötzlich Zweifel auftauchen, dass sie mit dem, was ihr Mann tut, einfach nicht mehr leben kann?

„Ich spiele eine Frau, die ganz nah an die Grenze ihrer Leidensfähigkeit herangeführt wird“, sagt Rebecca Immanuel über ihre Figur. „Es geht um das Thema Würde – und was sich eine Frau gefallen lässt, die einen Mann liebt, der sie nur in Ansätzen gut behandelt.“

Am heutigen Dienstag ist die 42 Jahre alte Schauspielerin in dem Drama „Im Alleingang – Elemente des Zweifels“ (20.15 Uhr, Sat.1) zu sehen. Sie verkörpert die Frau des Anwalts Georg Actis (Hannes Jaenicke), der einen Justizsenator vor Gericht in einem Vergewaltigungsfall vertritt und dabei selbst unter Verdacht gerät. Er vertraut sich seiner Kollegin Maria Schwandorf (Stefanie Stappenbeck) an, die sich jedoch mit den betrogenen Ehefrauen verbündet und später mit dem vermeintlichen Vergewaltigungsopfer Vivian (Alice Dwyer) vor Gericht zieht. Es geht um ein Netz aus Lügen und Vertrauensbrüchen, das nahezu unwirklich erscheint.

Doch Rebecca Immanuel ist überzeugt, dass dies eine Geschichte ist, die auch das echte Leben schreiben könnte. „Ich fürchte, dass es in unserer Gesellschaft viele Frauen gibt, die sich mit solchen Problemen auseinandersetzen müssen“, sagt Immanuel. „Hoffentlich ist der Film ein Ansporn, um Frauen zu ermutigen, über ihre Selbstwertschätzung nachzudenken.“

Sich zu lösen, sich ein Herz zu fassen und auszubrechen – die Frage, wie sie mit einer Situationen wie dieser umgehen würde, beschäftigte Rebecca Immanuel. „Um überzeugend eine tragische Figur spielen zu können, muss ich ganz in ihren Schmerz eintauchen“, sagt sie. Trotz der Ernsthaftigkeit habe sie die Rolle nicht belastet. „Es ist eher, als würde ich in einem See schwimmen und danach wieder leichtfüßig aus dem Wasser steigen – und nach ein, zwei Minuten bin ich wieder ganz im Gleichgewicht.“