Fernsehen

Im Herzen ein Schauspielbeamter

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Annika Schönstädt

Fahri Yardim über seine Rolle an der Seite von Til Schweiger im neuen Hamburger "Tatort" und seine Wahlheimat Berlin

Denn als zweiten Ermittler stellt der NDR seinem Star den waschechten Hamburger Fahri Yardim zur Seite. Der Schauspieler glänzte schon in Erfolgsfilmen wie "Männerherzen" und "Almanya - Willkommen in Deutschland". Trotzdem gibt sich der 32-Jährige bisher bescheiden. "Es ist der erste 'Tatort' mit Til Schweiger und deshalb wird er seinen Raum bekommen, das kann ich in meiner Demut auch so hinnehmen", sagt er. "Es entspricht nicht meinem Selbstverständnis, von Anfang an mehr Platz einzufordern. Aber meine Rolle wird sich sicher noch entwickeln, dafür werde ich kämpfen." Nicht nur als Kommissar Yalcin Gümer, auch im wahren Leben hat Fahri Yardim noch viel vor. "In fünf Jahren möchte ich mein eigenes Drehbuch in der Hand halten", erklärt er. "Es entspricht meinen persönlichen Ansprüchen, mich von der Rolle des Abwartenden zu emanzipieren."

Trotzdem soll der "Tatort" für ihn nicht nur eine Zwischenstation auf der Karriereleiter bleiben. "Ich hoffe, dass ich in fünf Jahren noch 'Tatort'-Kommissar bin. Vielleicht bin ich da in meinem Herzen auch ein spießiger Schauspielbeamter, der hofft, mit einer solchen Rolle der Ungewissheit aus dem Weg zu gehen."

Die Aufregung um Til Schweigers Forderung, den Vorspann der ARD-Reihe zu ändern, nimmt Fahri Yardim mit Humor. "Til poltert oft sehr voraus und ist nicht gerade der große Stratege. Manche würden sagen, er sei unprofessionell, ich hingegen finde es sympathisch", betont er. An seinem Kollegen schätze er vor allem, dass dieser über sich selbst lachen könne.

Dass er ausgerechnet in seiner Heimatstadt ermitteln darf, erfüllt Fahri Yardim mit besonderer Freude. "Bei Hamburg ist mein Herz natürlich noch ein bisschen mehr gehüpft. Dass ich beispielsweise als Kommissar Yalcin Gümer meine echte Hamburger Schnauze baumeln lassen konnte, ist doch ein Träumchen." Trotzdem hat der Schauspieler seine Zelte derzeit in der Hauptstadt aufgeschlagen. "Momentan reizt mich Berlin, weil es kulturell lebendiger ist und meinem exzessiven Gemüt entspricht. Ich mag an Berlin die Vielfalt der Lebensentwürfe, das Chaos. In Berlin ist die Alternative immer noch erlaubt. Diese Stadt ist ein erfrischender Gegenwind. Und wenn ich doch noch Spießer werde, ziehe ich in den Prenzlauer Berg."