Schauspieler

Familienbande

Thomas Heinze über Vatergefühle, Dreharbeiten in Amerika und seine Patchworkfamilie

Schauspieler Thomas Heinze liebt seine Vaterrolle - sowohl vor der Kamera als auch privat. Am Sonntag (20.15 Uhr) ist er im ZDF-Film "Sommer der Wahrheit" nach dem Roman der britischen Autorin Katie Fforde zu sehen. Er spielt den Arzt Richard Bishop, der mit seiner Frau Susan (Carolina Vera) und Sohn Jimi (Maurice Walter) von New York nach Woodstock zieht. In dem ehemaligen Hippiedorf findet er heraus, dass er nicht der leibliche Vater von Jimi ist. "Ich glaube, dass man seine Vatergefühle, die sich über viele Jahre hinweg entwickelt haben, nicht einfach abstellen kann", sagt Heinze. "Die Zuneigung zum Kind bleibt bestehen. Schwieriger wird es natürlich, was das Verhältnis zur Mutter angeht. Das ist ja schon ein großer Vertrauensbruch."

Seine eigenen Familienverhältnisse sind ebenfalls nicht ganz unkompliziert. Bis Anfang 2002 war Heinze mit der Schauspielerin Nina Kronjäger liiert. Aus der Beziehung stammen die Zwillinge Lennon und Lucille. Nach der Trennung lernte er im Mai 2002 die Radiomoderatorin Jackie Brown kennen, mit der er bis heute zusammen ist. Sie wurde kurz darauf schwanger mit Sohn Sam. Und Heinze im gleichen Jahr Vater dreier Kinder von zwei Frauen. Die Patchworkfamilie funktioniert gut. "Natürlich ist es auch mal turbulent, je nachdem, wie die drei sich gerade vertragen. Aber ich denke, das ist bei allen Geschwistern so", sagt Heinze, der zu seiner Ex-Freundin Nina Kronjäger ein entspanntes Verhältnis hat. Mit der Kinderbetreuung wechseln sie sich ab. "Wenn Nina dreht und länger nicht da ist, sind die Kinder bei mir. Wenn ich drehe, wie zuletzt diesen Sommer in Italien, sind sie bei ihr", so der 48-Jährige. Die Dreharbeiten zu "Sommer der Wahrheit" hat der Schauspieler genossen.

"Ich habe meinen Sohn Sam mit nach Amerika genommen, das war sehr schön. Wir waren insgesamt fünf Wochen dort und haben eine tolle gemeinsame Vater-Sohn-Zeit verbracht", schwärmt er.

"Ich bin ja zeitweise in den USA aufgewachsen. Ich konnte Sam einige Orte zeigen, an denen ich als Kind war. Wir sind auch nach Washington D.C. gefahren, wo das Grab meines Vaters ist. Das war eine ganz besondere Zeit für uns beide."

Bis zu seinem neunten Lebensjahr lebte er mit seinen Eltern - der Vater ist Amerikaner, die Mutter deutschstämmige Niederländerin - und seinen drei Geschwistern in den USA. Manchmal vermisse er die Sprache. "Ich liebe das amerikanische Englisch. Deshalb schaue ich mir in Deutschland auch alle Filme in Originalfassung an." Weihnachten wird die Patchworkfamilie gemeinsam feiern, aber erst am 25. Dezember. "So kommen sich das Christkind und Santa Claus nicht in die Quere", sagt Heinze.