Ehrung

Eine Herzensangelegenheit

Christine Eichelmann

Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Heinz-Galinski-Preis ausgezeichnet

Es war vielleicht diese kleine Szene zum Schluss, die die Gemütslage von Angela Merkel am ehesten widerspiegelte. Am Mittwochabend hatte die Bundeskanzlerin im Jüdischen Gemeindehaus durch Gideon Joffe, Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, den Heinz-Galinski-Preis überreicht bekommen. Als zum Abschluss das Orchester des Jüdischen Gymnasiums Moses Mendelssohn den israelischen Siegersong des Eurovision Song Contest von 1979, Hallelujah, anstimmte, stieg Merkel spontan auf die Bühne und dankte den Musikern per Handschlag.

"Wir sind nicht neutral", sagte die Kanzlerin in ihrer Dankesrede. Die Sicherheit Israels sei Teil der Staatsräson Deutschlands. Zugleich betonte sie aber die Notwendigkeit von Verhandlungen im Nahost-Konflikt. Klare Worte fand Merkel zu antijüdischen Tendenzen. "Antisemitismus ist eine Schande für unser Land", sagte sie. Ihre Laudatorin, die ehemalige Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts, Jutta Limbach, lobte Merkels Amtsführung als von der Toleranz geleitet, für die Galinski immer gestritten habe. Den Heinz-Galinski-Preis, der dieses Mal zum 100. Geburtstag Galinskis vergeben wurde, erhalten Personen, die sich "um die Verständigung der jüdischen Gemeinschaft und ihrer gesellschaftlichen Umgebung sowie die guten Beziehungen zwischen Deutschland und Israel verdient gemacht" haben. Neben Israels Botschafter Yakov Hadas-Handelsman und der ehemaligen Zentralratsvorsitzenden Charlotte Knobloch waren auch der Regierende Bürgermeister Klaus Wowereit und Friede Springer gekommen. Das Preisgeld geht an ein jüdisch-arabisches Jugendprojekt.