Bambi-Verleihung

Harmonie und Glamour

Beim diesjährigen Bambi sorgen die Preisträger nicht für Diskussionen - sie werden gefeiert

Was war im vergangenen Jahr nicht diskutiert worden. Von Skandal, Provokation bis Zynismus war die Rede, als ausgerechnet der berühmt-berüchtigte Rapper Bushido einen Bambi erhielt - und das auch noch in der Kategorie "Integration". Diesmal jedoch war alles anders. Harmonischer, ohne laute Zwischentöne. Mit Glamour statt Grabenkämpfen. Und mit Preisträgern, die keinen Zweifel daran ließen, dass sie ihr goldenes Rehkitz wirklich verdient haben. Bei der 64. Gala, am Donnerstag von der ARD aus Düsseldorf übertragen, standen Emotionen statt Eskapaden im Vordergrund.

Vor allem ein Auftritt war es dabei, der die rund 1000 prominenten Gäste, darunter Moderator Markus Lanz, die Schauspieler Christian Ulmen und Jan Josef Liefers sowie Rocksänger Peter Maffay bewegte: der von Tina K., der Schwester des vor wenigen Wochen am Alexanderplatz zu Tode geprügelten Jonny K. "Ich finde nicht, dass ich ihn verdient habe", sagte sie unter Tränen, "deshalb möchte ich den Preis einfach meinem Bruder geben. Dieser Bambi ist für uns alle. Zivilcourage ist der richtige Weg. Egal woher man kommt, wir leben in einem Land." Gleichzeitig sorgte der Rabbiner Daniel Alter, der in Schöneberg von Jugendlichen niedergeschlagen worden war, für stehende Ovationen. "Lasst uns diesen Kreislauf aus Hass und Gewalt durchbrechen", sagte er und widmete seinen Bambi für "Integration" dem Projekt "Heroes". Internationales Flair brachte Popdiva Céline Dion. Die Kanadierin war Moderatorin des Abends - und Geehrte zugleich. Sie konnte einen Bambi, der von Hubert Burda Media vergeben wird, in der Kategorie "Entertainment" entgegennehmen. Die aus Mexiko stammende Hollywood-Schönheit Salma Hayek, beste Schauspielerin "Film International", verzauberte ebenfalls das Publikum. Mit seinem Weltraumsprung aus fast 39 Kilometern Höhe machte sich Extremsportler Felix Baumgartner "unsterblich", wie es in der Begründung hieß. Die Folge: ein "Millennium"-Bambi. Besonders interessant war die Auszeichnung an diesen jungen Mann: Cro. Ebenfalls Rapper - und einer, der nie ohne seine Pandamaske auftritt. Anders als Bushido ist er für sanftere Töne bekannt. Harmonie? Gesichert.