Bundespresseball

Die Partykoalition der Politprominenz

Am Freitag findet der Bundespresseball statt - aber nicht jeder Volksvertreter tanzt mit

Sie müssten eigentlich geübt darin sein. Kennen sie sich doch bestens aus mit Druck und Gegendruck. Mit plötzlichen Richtungswechseln und überraschendem Partnertausch, Enge und Distanz. Zu fürchten also hätte sich die Politprominenz nicht vor dem Parkett, auf dem sie sich am Freitag erneut einfinden soll. Und tatsächlich, beim Bundespresseball im Hotel Intercontinental können zuweilen ungeahnte Führungsqualitäten beobachtet werden - in diesem Jahr vielleicht bei Joachim Gauck , dem als Bundespräsident der erste Tanz gebührt. So will es die Tradition, so war es auch 2011, als noch Christian Wulff liebevoll seine Bettina im Wiegeschritt über die Tanzfläche schob. Wobei gerade dieser Umstand ein Teil des Problems ist, mit dem sich nicht wenige Volksvertreter derzeit auseinandersetzen.

Spätestens seit der "Causa Wulff" ist es schwierig geworden, das Verhältnis Politik und Party. Wer wo und wie feiert, wird genau registriert. Weshalb vor allem führende Politiker den roten Teppich nur betreten, wenn es sich um einen offiziellen Termin handelt - oder ein guter Zweck im Mittelpunkt steht. Generell ist das Feierverhalten gemischt, selbst innerhalb des Kabinetts. Während einige Minister Spaß am Blitzlicht-Posieren abseits des Bundestags haben, meiden es andere, wie die Auflistung der Berliner Morgenpost zeigt. Denn dass man nicht nur auf dem politischen Parkett böse ausrutschen kann, hat schließlich Heide Simonis bewiesen. Für ihre Teilnahme an der RTL-Show "Let's Dance" musste sie mehr böse Kritik einstecken, als für so manche Entscheidung als Ministerpräsidentin.