Fernsehen

Letzte Klappe für "Die Wanderhure"

Alexandra Neldel nimmt Abschied von der Rolle ihres Lebens

Etwa zehn Millionen Zuschauer saßen 2010 vor den Bildschirmen, als sich Alexandra Neldel im Fernsehfilm "Die Wanderhure" durch das finstere Mittelalter kämpfte, um ihre Ehre zu retten. Acht Millionen wollten Anfang 2012 wissen, wie es mit Marie und ihrer großen Liebe Michel in der Fortsetzung "Die Rache der Wanderhure" weiter geht.

Jetzt heißt es für die Fans Abschied nehmen: In "Das Vermächtnis der Wanderhure" (Dienstag, 13. Nov., 20.15 Uhr, Sat.1) schlüpfte die Schauspielerin zum letzten Mal in ihre bekannteste Rolle. "Ich bin schon etwas wehmütig, aber nicht richtig traurig, sondern freue mich auch auf das Neue. Eigentlich ist das für mich aber noch ganz unwirklich. Ich habe den Film selbst noch nicht gesehen. Das wird mein Abschluss, zusammen mit dem Team", sagt die Berlinerin über ihre Gefühle.

Der Erfolg der Serie sei für sie eine Überraschung gewesen: "Ich glaube, wir haben einfach den richtigen Zeitpunkt getroffen, an dem sich die Leute gerade sehr für das Mittelalter interessieren und mit einer Figur wie Marie mitfiebern. Ich glaube, die Fans sind vor allem Frauen, die sich mit Marie identifizieren, aber auch für die Männer ist viel dabei, etwa die Kämpfe, die in dieser Zeit stattfanden."

Zum Abschluss wird es für Marie noch einmal brenzlig: Hochschwanger wird sie Opfer einer Intrige und muss schließlich erneut mit allen Mitteln für ihre Familie kämpfen. Die Dreharbeiten stellten auch die Hauptdarstellerin vor ganz neue Herausforderungen. "Ich habe mit dem Training wieder angefangen. Ich reite auch noch, habe die alten Sachen wieder aufgefrischt. Dieses Mal kam noch Adlertraining hinzu. Das war aber wahrscheinlich mehr Training für den Adler als für mich, damit er sich an mich gewöhnt. Er sollte zu mir geflogen kommen. Ich hatte dazu Vogelköpfe auf meinem Handschuh, die er abreißen musste. Das war nicht so angenehm", sagt sie. Genau so wie der Dreh der Geburtsszene im Kerker. "Ich habe zwar versucht, mich darauf vorzubereiten, aber am Ende ist das dann doch etwas ganz anderes. Ich hoffe, dass die Szene im Film nicht so lang ist, wie wir daran gedreht haben. Da muss ich beim Anschauen wahrscheinlich kurz rausgehen." Denn trotz des großen Erfolgs verursache der eigene Anblick auf dem Bildschirm bei ihr noch immer ambivalente Gefühle: "Ich frage mich dann: Wie sitzt denn mein Kostüm da? Oder: Was für ein komisches Gesicht mache ich denn schon wieder? So ganz objektiv kann ich mir meine Filme nicht anschauen."