Literatur

Bücher mit Herzschlag

Autorin Zeruya Shalev erhält in Berlin den "Welt"-Literaturpreis für ihr Gesamtwerk

Ihre Romane "Liebesleben", "Mann und Frau" und "Späte Familie" sind internationale Bestseller und wurden in mehr als 22 Sprachen übersetzt. Am Freitagabend wurde die aus Israel stammende Schriftstellerin Zeruya Shalev im Ernst-Cramer-Saal des Axel-Springer-Verlagshauses mit dem diesjährigen "Welt"-Literaturpreis für ihr literarisches Gesamtwerk geehrt. Die renommierte Auszeichnung ist mit 10.000 Euro dotiert. Zur festlichen Veranstaltung waren prominente Gäste wie die CDU-Bundestagsabgeordnete Monika Grütters, Kunstmäzen Peter Raue, Politikwissenschaftler Arnulf Baring, Eventagentur-Chefin Isa Gräfin von Hardenberg sowie Friede Springer und der Axel-Springer-Vorstandsvorsitzende Mathias Döpfner mit Frau Ulrike gekommen.

Rachel Salamander, Herausgeberin der "Literarischen Welt", betonte in ihrer Begrüßungsrede die "intensiv bohrende, einfühlsame Erzählweise" der Autorin. Die Laudatio auf Zeruya Shalev hielt der bayerische Schriftsteller und Dramatiker Albert Ostermaier, der 2011 den "Welt"-Literaturpreis erhalten hatte. "Ich spürte, dass ich mich ihren Werken nicht entziehen konnte", sagte Ostermaier. "Zeruya Shalevs Bücher haben Herzschlag und Arme, die einen umschlingen. Sie sind wahre Textkörper. Ihre Bücher sind Freunde, ihre Figuren Familienmitglieder."

Zeruya Shalevs Romane sind stark biografisch geprägt. Sie erzählen von der Liebe, von schwierigen Familiengeschichten, dem Aufwachsen im Kibbuz und Menschenrechten in Israel. Ihr Roman "Liebesleben" wurde 2007 von der deutschen Regisseurin und Schauspielerin Maria Schrader verfilmt. Shalev, die in dritter Ehe verheiratet ist und zwei Kinder aus früheren Ehen sowie ein adoptiertes Kind hat, lebt in Jerusalem. Für den "Welt"-Literaturpreis bedankte sie sich gerührt: "Ich bin stolz und glücklich."