Motorsportl

"Der Druck ist dann weg"

Michael Schumacher besucht ein Dinner in Berlin und spricht über sein künftiges Leben abseits der Formel 1

Es war ein unerbittlicher Wettlauf, den er mehr als 20 Jahre bestritt. Meist entschied er ihn für sich, mal trennten ihn Sekunden von einem Platz auf dem Podest. Spätestens nach seinem letzten Rennen am 25. November aber ticken die Uhren für Michael Schumacher anders. Weniger zielorientiert, etwas gemächlicher, mit mehr Raum für Pausen. Derzeit befindet sich der siebenmalige Formel 1-Rekordweltmeister auf Abschiedstour. Mal wieder, schließlich hatte er sich bereits 2006 aus dem Rennzirkus zurückgezogen. Ehe er drei Jahre später noch einmal zurückkehrte und sich von Mercedes engagieren ließ. Diesmal nun soll es kein Wiedersehen mit ihm geben - zumindest nicht im Cockpit eines der PS-starken Fahrzeuge. Zeit also, an die Zukunft als Privatmann zu denken, andere Projekte anzugehen. Etwa wie solches, das der 43-Jährige am Mittwoch im ehemaligen Kraftwerk Mitte vor Gästen wie Designerin Jette Joop und Opernsängerin Nadja Michael im Rahmen eines Dinners präsentierte. Für den Uhrenhersteller Audemars Piguet gestaltete er das Modell "Royal Oak Offshore" mit, das ihm zu Ehren seinen Namen trägt. Locker und gelöst wirkte er an diesem Abend. Angekommen in seinem Leben, das sich nun wieder ausschließlich um seine Familie, um Ehefrau Corinna und ihre beiden Kinder drehen soll. "Ich freue mich sehr darauf, mich nicht mehr 24 Stunden damit zu beschäftigen, wie ich mich und mein Auto verbessern kann. Dass dann der Druck weg ist", sagte Michael Schumacher. Er wolle seine Frau, die ein Gestüt für Westernpferde leitet, wieder vermehrt auf Turniere begleiten. "Sie hat schon ein Pferd für mich ausgesucht." Konkrete Pläne habe er sonst noch keine. "Ich möchte in Ruhe nach Aufgaben suchen, in denen ich Erfüllung finde", sagte Schumacher. Langweilig werde ihm dabei sicherlich nicht. "Ich bin ein aktiver Mensch", sagte er. Und nein, er sei nicht wehmütig, wenn er an den Abschied denkt. "Gegenwart und Zukunft sind mein Motto." Selbst wenn die Uhren da anders ticken.