Preisverleihung

"Beethoven war früher ein Rockstar"

Im Konzerthaus am Gendarmenmarkt wird der Echo Klassik verliehen. Es ist ein großes Fest

Wenn es noch einen Beweis bedurfte, dass die Klassik-Elite über beste Showstar-Qualitäten verfügt, so wurde er am Sonntag erbracht. Denn bei der diesjährigen Verleihung des Echo Klassik im Konzerthaus am Gendarmenmarkt ging es keinesfalls so gesetzt zu, wie es der festliche Rahmen vermuten ließ. Mit seiner Harley fuhr etwa Tenor Klaus Florian Vogt an den roten Teppich, um mit Motorradhelm unter dem Arm seine Trophäe als Sänger des Jahres entgegenzunehmen. "So ein Anzug trägt sich leichter als ein starres Opernkostüm", sagte er und blickte dabei auch vielsagend zu David Garrett . Der hatte sich entsprechend seines Images als Rebell der Szene gekleidet: Schwere Stiefel zur Lederhose, den Geigenkasten auf seinen Rücken geschnallt. Dort sollte sein nunmehr dritter Echo Klassik als "Bestseller 2012" allerdings kein Platz mehr finden. Der Violinist gab auf der Bühne eine Kostprobe seines Könnens. "Beethoven war früher ein Rockstar seiner Zeit. Er hat es verdient, dass wir ihn heute wieder feiern." Für das meiste Gelächter im Publikum sorgte Rolando Villazón , der mit Nina Eichinger durch die vom ZDF übertragene Show führte. Während die wenig Klassik erfahrene Moderatorin den Tenor als ihr "Sicherheitsnetz" bezeichnete, würde er sie gern einmal in einer Oper sehen. "In La Traviata vielleicht. Aber ich möchte sie nicht sterben lassen." Eine besondere Beziehung zu großen Komponisten hat US-Künstlerin Tori Amos . "Klassische Musik hat viel mit Liebe zu tun. Ich habe also reichlich Affären - mit verstorbenen Männern." Für ihren Mann sei das kein Problem -"so lange sie tot sind."