TV-Magazin

"Wir sind Rumhänger und Zweifler"

Sarah Kuttner spricht über die Ängste ihrer Generation und ihr TV-Magazin "Bambule"

Obwohl Sarah Kuttner nicht gern als die "Stimme ihrer Generation" bezeichnet wird, beschäftigt sie sich in ihrem TV-Magazin "Bambule" mit grundsätzlichen Fragen des Lebens, die jedem Menschen auf dem Weg zum Erwachsenwerden bekannt vorkommen dürften: Wie wichtig ist Freundschaft? Wie soll ich mich ernähren und an was glaube ich eigentlich? Dass sich der Prozess der Adoleszenz heute bis zum 40. Lebensjahr hinziehen kann, empfindet die Moderatorin als ein typisches Phänomen ihrer eigenen Generation, von dem auch sie selbst sich nicht ausnehmen kann: "Das war bei unseren Eltern schneller abgeschlossen. Zwischen 18 und 20 wurde man erwachsen, dann arbeiten und Kinderkriegen. Und wir sind uns halt mit Mitte 30 immer noch nicht so richtig sicher." Die Freiheit, das eigene Leben vollkommen selbstbestimmt gestalten zu können, löse bei ihr manchmal sogar ein gewisses Unbehagen aus. "Wir sind halt alle Rumhänger und Zweifler. Das kann einen auch unter Druck setzten. Denn natürlich geht einem dadurch auch ein Stück Sicherheit flöten", findet die 33-Jährige. "Wir haben alle Möglichkeiten und können werden, was wir wollen. Was toll ist, aber manchmal auch nervt, weil jeder davon ausgeht, dass man das auch nutzen muss." Ganz objektiv betrachtet hat Sarah Kuttner ihre Möglichkeiten bis heute bestens genutzt. Die Berlinerin schaffte im Jahr 2001 den Sprung vor die Kamera des Musiksenders Viva. Seitdem moderierte sie verschiedene TV-Formate und machte sich auch als Kolumnistin und Autorin einen Namen. Die zweite Staffel von "Bambule" läuft donnerstags, 21.45 Uhr, bei ZDFneo.