Fernsehen

Ein Mann mit vielen Gesichtern

Andreas Pietschmann spielt oft glatte Typen, will aber nicht darauf reduziert werden

Wie sieht eigentlich der Alltag aus, wenn in einem Haushalt gleich zwei erfolgreiche Schauspieler zusammenkommen? Sehr produktiv, sagt einer, der es wissen muss. Andreas Pietschmann ist seit 2007 der Mann an der Seite von Jasmin Tabatabai. Der 43-Jährige kann sich auf ihre kreative Unterstützung verlassen, wenn er sich auf eine neue Rolle vorbereitet. "Ich habe das Glück, dass ich eine wunderbare Schauspielerin als Partnerin zu Hause habe. Das befruchtet sich auf jeden Fall", erzählt der Wahlberliner. "Manchmal sagt meine Frau im Bezug auf ein Drehbuch: Das musst du unbedingt machen. Während ich vielleicht noch skeptisch bin. Sie ist sehr gut darin, positive Aspekte für mich in einem Buch zu finden, die sich mir sonst gar nicht erschlossen hätten."

An seinem Job liebt Andreas Pietschmann vor allem die Vielfältigkeit. Der gebürtige Würzburger startete seine Karriere am Theater, spielte in der Actionserie "GSG 9" einen verdeckten Ermittler und hat sich auch als Hörbuchsprecher einen Namen gemacht. Auf einen bestimmten Typ möchte er sich nicht festlegen lassen. "Es gibt eigentlich keine Rollen, von denen ich sagen könnte, dass ich sie am liebsten spiele. Denn manchmal entdecke ich, dass eine Rolle sehr gut zu mir passt, die mir zuvor sehr fremd gewesen ist", sagt der Schauspieler. "Ich habe zum Bespiel gemerkt, dass es mir durchaus liegt, ein glattes Arschloch zu spielen."

Nicht gerade einen Sympathieträger spielt Andreas Pietschmann auch am kommenden Sonntag in der romantischen Komödie "Zu schön um wahr zu sein" (20.15 Uhr, ZDF). Als erfolgreicher Fotograf Jonas macht er nicht nur dem 18-jährigen Nachwuchsmodel Leonie (Lilli Fichtner), sondern auch deren 58 Jahre alter Mutter Barbara (Sabine Postel) berufliche und amouröse Avancen und sorgt damit für allerlei Turbulenzen. Trotzdem glaubt Pietschmann, dass die Zuschauer seinem Charakter nicht lange böse sein können. "Jonas ist einfach emotional ein relatives Leichtgewicht. Ihm ist gar nicht bewusst, wie sehr er mit Menschen spielt und dabei auch Gefahr läuft, sie zu verletzen. Wenn er mit den beiden Frauen gleichzeitig flirtet, meint er es auch so. Das ist keine Berechnung, auch wenn es letztendlich diese Wirkung hat", erklärt er und fügt hinzu: " Ich freue mich nämlich auch, wenn die Leute sich mit mir identifizieren können."