Preisverleihung am Potsdamer Platz

Goldene Henne ganz groß

Bei der Preisverleihung am Potsdamer Platz feiern 800 Gäste

Gleich zu Beginn des Abends erinnerte Moderatorin Inka Bause an eine Frau, die diesen Preis nie selbst entgegennehmen konnte: Helga "Henne" Hahnemann, jene bekannte, 1991 verstorbene DDR-Entertainerin - und Namensgeberin der Auszeichnung.

Am Mittwochabend wurde zum 18. Mal die Goldene Henne, der Publikumspreis der Zeitschrift "Superillu", verliehen. Rund 800 Gäste liefen über den roten Teppich vor dem Stage Theater am Potsdamer Platz. Auch die Liste der Nominierten zeigte, dass die Veranstaltung schon längst keinen Vergleich mehr mit anderen großen Events der Hauptstadt scheuen muss. In der Kategorie "Moderation" konkurrierten um die 3,5 Kilogramm schwere Statue zum Beispiel unter anderen Günther Jauch, Matthias Opdenhövel und die hochschwangere Barbara Schöneberger - die sich im gleichen Kleid wie beim Radiopreis in Hamburg vor wenigen Tagen präsentierte. "Das hat ganz praktische Gründe. Viel passt mir im Moment ja nicht. Aber, keine Sorge, ich habe es zwischendurch gewaschen", sagte Schöneberger. Glück brachte ihr die Robe jedoch nicht: Günther Jauch, bereits 2000 mit der Goldenen Henne geehrt, setzte sich gegen seine Kollegen durch. "Ich möchte mich vor allem bei meinen Mitarbeitern bedanken. Denn die haben es nicht immer leicht mit mir", sagte der Moderator. Für seine politischen Verdienste wurde Polens Ex-Präsident und Freiheitskämpfer Lech Walesa ausgezeichnet, Moderatorin Carmen Nebel erhielt für ihr jahrelanges soziales Engagement den Charity-Ehrenpreis. Direkt von ihrer Tournee reiste Schlagersängerin Helene Fischer nach Berlin, um ihren Preis als beste Musikerin abzuholen. Schlagersänger Frank Schöbel erhielt die Goldene Henne für sein Lebenswerk. Nach einem halben Jahrhundert auf der Bühne bedankte sich der in Berlin lebende 69-Jährige dafür mit folgenden Worten: "50 Prozent der Hennen gehen an all meine Frauen" - in Anspielung auf sein manchmal unstetes Leben. Die wohl größte Konkurrenz gab es unter den Anwärtern zum besten Schauspieler. Henry Hübchen, Henning Baum und Anna Loos ließ jedoch einer hinter sich: Matthias Schweighöfer. Er bedankte sich überschwänglich für seine erste "Henne". Die letzte wird es sicher nicht gewesen sein.