Lesung

Zwischen Berlin und Barcelona

Schauspieler Daniel Brühl stellt in der "Bar Raval" in Kreuzberg sein erstes Buch vor

Der Ort passte bestens zum Thema: In seinem Tapas-Restaurant an der Lübbener Straße 1 in Kreuzberg, der "Bar Raval", stellte Schauspieler Daniel Brühl ("Good Bye, Lenin") am Mittwochabend sein Buch "Ein Tag in Barcelona" vor, das er mit Co-Autor Javier Caceres geschrieben hat. Der 34-Jährige wurde in der katalanischen Metropole geboren und hat eine Liebeserklärung an seine Heimatstadt verfasst, illustriert mit persönlichen Fotos. Diesen Freitag erscheint das Werk - etwas später als geplant. Dreieinhalb Jahre hat er daran gearbeitet. "Schuld ist meine Faulheit. Und manchmal war ich auch richtig in einem Loch. Wenn ich bei Filmarbeiten war, ist mir zum Teil partout nichts zu Barcelona eingefallen", gestand Daniel Brühl, der zuletzt für den Film "Rush" als Formel-1-Legende Niki Lauda vor der Kamera stand.

Barcelona ist für den Schauspieler neben Berlin sein zweites Zuhause, seit 2010 hat er eine feste Bleibe dort. "Es ist einfach eine wunderschöne Stadt. Als Kind war ich immer da, wenn Ferien waren. Und deshalb sind wir natürlich voller Freude hingefahren. Es gab tränenreiche Abschiede, wenn wir zurück nach Köln mussten und keinen Bock auf Schule hatten", erinnerte sich Brühl, dessen Mutter aus Spanien stammt und als Lehrerin arbeitete. Seinem Vater Hanno Brühl, einem deutschen Fernsehregisseur, der 2010 starb, hat er das Buch gewidmet.

In Barcelona fühlt sich der Darsteller "angekommen", er pendelt regelmäßig zwischen Spanien und Deutschland. Zurzeit ist er wieder häufiger in Berlin, auch wegen seiner Freundin Felicitas Rombold, die hier arbeitet und bei der Buchpräsentation ebenso anwesend war wie Freunde und Kollegen, darunter die Schauspieler Katharina Schüttler und Justus von Dohnanyi. "Im Alter sehe ich mich eher in Spanien", sagt Brühl. "Wenn ich längere Zeit in Spanien bin, fange ich sogar an, auf Spanisch zu träumen. Ich bin wegen meines Opas, der Andalusier war und die Katalanen nicht besonders mochte, spanisch aufgewachsen, und mit meiner Mutter habe ich immer spanisch gesprochen. Ich verstehe in Barcelona Katalanisch perfekt, spreche es mittlerweile auch ganz ordentlich, aber es ist einfach noch nicht meine Sprache." In seiner Tapas-Bar gibt es spanische Gerichte und Weine. In der Küche steht Brühl aber nicht. "Zum Glück nicht, denn sonst wären wir schon längst pleite."