Premieren

Eine kleine Berlinale

Am Montag fanden gleich drei Premieren von Kino- und TV-Produktionen in Berlin statt

Noch rund ein halbes Jahr ist Zeit, bis es wieder ausbricht: das Filmfieber. Bei der Berlinale im Februar hetzen Schauspieler, Regisseure und prominente Gäste über rote Teppiche, vergnügen sich bei Partys und stellen sich den Kritikern im Kino. Eine Vorahnung auf das, was dann die Stadt bestimmt, konnte die Branche am Montag erleben. Gleich zu drei Premieren wurde geladen, alle fanden nahezu zeitgleich am Abend statt. So war Sophie Marceau am Vormittag die gesamte Aufmerksamkeit der Pressevertreter gewiss. Im Hotel Adlon präsentierte die Französin ihren neuen Film "Und nebenbei das große Glück", der am 20. September in den Kinos startet. Charmant und gut gelaunt gab sich die 45-Jährige, unterhielt sich angeregt mit dem Botschafter Frankreichs, Maurice Gourdault-Montagne. Sie verkörpert in der Komödie eine alleinerziehende Mutter - ganz wie im echten Leben.

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Weniger amüsant ist der Inhalt jener Fernsehproduktion, zu deren Premiere in das ARD-Hauptstadtstudio gebeten wurde. "Auslandseinsatz" ist, nach Angaben der Produzenten, der erste deutsche Film, der den Krieg und die Mission der Bundeswehr in Afghanistan zum Thema hat - und dort spielt. Erzählt wird die Geschichte einer Freundschaft, die unter der Extremsituation des Krieges vor einer Zerreißprobe steht. Neben den Hauptdarstellern Max Riemelt und Hanno Koffler ist der neue "Tatort"-Kommissar Devid Striesow in einer Rolle zu sehen. "Mich erschüttert das Thema Krieg, Soldaten gegen andere Soldaten - das ist für mich wie aus einer anderen Welt. Und dann merkt man doch: So etwas kann nicht einmal 1000 Kilometer entfernt passieren", sagte Devid Striesow.

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Die wohl unterhaltsamste Vorstellung des Tages gab es im Cinemaxx am Potsdamer Platz. Dort wurden ausgewählte Folgen der bereits sechsten Staffel der Sat.1-Comedyreihe "Pastewka", die ab dem 21. September im Fernsehen zu sehen ist, auf großer Leinwand gezeigt. Unter den Gästen war nicht nur Schauspieler Ulrich Noethen, dank neuer Rolle mit dichtem Vollbart, sondern natürlich auch der Hauptdarsteller und Namensgeber der Serie, Bastian Pastewka. Dass die Figur heiße wie er, damit habe er kein Problem, sagte er. Im Gegenteil. Als sie 2004 mit der Sitcom starteten, habe er sich überlegt: "Ich wollte damals gern etwas über einen mittelmäßig begabten Comedian aus Köln machen. Einen Typen, der ein bisschen wummsig und dazu noch ein recht anstrengender Querulant ist. Ein Mensch, den am Ende des Tages eigentlich keiner leider kann. Mein Team hat mir geantwortet: 'Naja, spiel doch einfach dich selbst.'"

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An einem anderen Ende der Stadt, im Filmtheater am Friedrichshain, feierte am Abend das Stasi-Drama "Wir wollten aufs Meer" seine Premiere. Der Film, der am 13. September in den Kinos startet, handelt von drei Freunden, die Anfang der 80er-Jahre in der DDR ihren Traum von Freiheit verwirklichen wollen, indem sie als Matrosen der Handelsmarine zur See fahren. Neben den HauptdarstellernAlexander Fehling, August Diehl und Ronald Zehrfeld sowie dem Regisseur Toke Constantin Hebbeln begrüßten auch 50 Matrosen aus Rostock die geladenen Gäste. "Es ist vor allem ein tolles Buch, deshalb hat es von Anfang bis Ende Spaß gemacht", sagte August Diehl. Auch als einziger Westdeutscher unter den drei Hauptakteuren konnte er sich gut mit seiner Rolle identifizieren: "Es ist ja auch eine universale Geschichte über Freundschaft." Seinen Kollegen Alexander Fehling reizte vor allem die Möglichkeit, "die Entwicklung einer Figur über Jahre hinweg beobachten zu können."