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Bei VWs Neuem steckt der Teufel eher im Detail

Erst sollte er nur irgendein Nachfolger sein, der Aufguss des VW Käfer, dessen Produktion 1974 auslief. 38 Jahre und 29,13 Millionen verkaufte Exemplare später läuft der VW Golf immer noch vom Band, nun künftig im neuen Kleid.

Auf der Kühlerhaube des Golf VII laufen zwei Kanten auf den Vordergrill zu, die so scharf sind wie die Klinge eines Frühstücksmessers.

Kritiker führen an, dass sich der neue Golf trotz auffälligen Linienspiels vom Vorgänger kaum unterscheidet. Darf er auch nicht, wenden VW-Manager ein. "Die alten Modelle sollen sich neben dem Golf VII nicht verloren vorkommen", sagte Entwicklungsvorstand Ulrich Hackenberg. Auf Golf ist Verlass, diese Eigenschaft schätzten schon Angela Merkel in einem weißen Golf II und Papst Benedikt XVI. in einem Golf IV.

So steckt auch im Golf VII der Teufel im Detail: Er ist edler geworden. Das Lederlenkrad liegt prima in der Hand, die Mittelkonsole bildet mit der Instrumententafel im Cockpit eine noble Einheit. Im Cockpit gibt es einen 5-Zoll-Touchscreen-Bildschirm serienmäßig, je nach Ausstattungsvariante wird er größer und hat ein hochwertigeres Audio- und Navigationssystem. Auch ist er sparsamer geworden. Laut Werksangaben soll sich der Verbrauch beim Diesel je nach Motorenvariante um 23 Prozent reduziert haben. Ein 140-PS-Benziner verbrennt 4,8-Liter pro 100 Kilometer. Neben der neu eingeführten Zylinderabschaltung bringt eine Gewichtsreduzierung um 100 Kilo die Kraftstoffersparnis. Ein paar Öko-Modelle mit Erdgas- und E-Antrieb sollen 2013 folgen.

Obwohl der Golf vor allem leichter und sparsamer ist, bietet der neue VW mehr Platz als der alte. Hinten wuchs die Beinfreiheit um 1,5 Zentimeter, der Kofferraum wurde um 30 auf 380 Liter vergrößert, die Ladekante um 2,8 Zentimeter abgesenkt. Die Bordelektronik ist vollgepfropft mit Assistenzsystemen. Wie bei höheren Klassen sind Tempomat mit Abstandsregelung, eine Notbremsfunktion für den Stadtverkehr, adaptive Scheinwerfer und proaktive Gurtstraffer als Extras erhältlich. Serienmäßig ist die Multikollisionsbremse, die das Fahrzeug automatisch nach einem Unfall abbremst. Der Preis, und das ist vielleicht die größte Errungenschaft, soll nicht gestiegen sein. Im November wird er beim Händler wohl so viel kosten wie der alte - 16.975 Euro, oder sogar noch darunter.