Autovorstellung

Eine Generation feiert die nächste

Zur Weltpremiere des Golf VII erscheinen prominente Fahrer und Liebhaber in Berlin

Viel war über sie diskutiert worden. Ihr Ende sei nah, ihre Interpretation schon lange nicht mehr zeitgemäß. Für den Dienstagabend aber sollte diese Kritik nicht gelten. Die Generation Golf meldete sich zurück - und das eindrucksvoll.

In der Neuen Nationalgalerie präsentierte Volkswagen erstmals sein neues Modell vor Hunderten geladenen Gästen. Mit Spannung war diese Weltpremiere, die als wegweisend für den Konzern gilt, erwartet worden. Kein Detail war zuvor über den Neuzugang der Wolfsburger nach außen gedrungen. Als einer der ganz wenigen durfte Musiker Leslie Mandoki bereits vor der Enthüllung durch Martin Winterkorn, dem Vorstandsvorsitzenden von Volkswagen, einen Blick auf das Auto werfen. "Ich bin mittlerweile gut mit dem Vorstand befreundet, fahre seit langem Golf. Anfangs war ich skeptisch, ob man die Generation immer wieder erfolgreich fortführen kann. Doch ich muss sagen: Hier wurde eine Ikone geboren." So wie der Liedermacher hatte jeder der prominenten Gäste, darunter Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit sowie die Schauspieler Christian Ulmen und Ralf Möller, eine Verbindung zum deutschen Exportschlager. Heikko Deutschmann, der mit Ehefrau und Kollegin Iris Böhm kam, fuhr als ersten Wagen einen Polo - "bis der irgendwann auseinander fiel. Und das dauerte." Streit um die besseren Fahrkünste gebe es bei ihnen nicht. "Wir fahren beide gut", sagte Deutschmann. Ähnlich diplomatisch äußerte sich das Schauspieler-Ehepaar Andrea Sawatzki und Christian Berkel. "Mit dem Einparken gibt es bei uns keine Probleme mehr. Das machen die Autos nun von alleine", erzählte Sawatzki. Gefragt nach dem schönsten Erlebnis im Auto lächelte ihr Mann nur vielsagend. "Das behalte ich für mich." Erol Sander leistete sich schon mit 18 Jahren ein eigenes Auto - natürlich einen Volkswagen. "Ich leaste es damals mit meiner Freundin. Wir fuhren nach Mailand - eine Nacht später war es geklaut. Eine relativ teure Tour also." Clemens Schick besitzt eine Rennfahrlizenz, die jedoch mittlerweile verfallen ist. "Ich hatte keinen Unfall, sondern zu wenig Zeit, sie aufzufrischen", sagte der motorsportbegeisterte Schauspieler. Er gehört der Generation Golf an, die der Autor Florian Illies vor zwölf Jahren in seinem bekannten Bestseller beschrieb. Sicherlich sei das sein Jahrgang, so Schick. "Ich selbst zähle mich aber eher zur Generation Käfer. Also mehr Hippie als Kommerz." Eine der prominentesten Fahrerinnen des Autos sollte an diesem Abend fehlen: Bundeskanzlerin Angela Merkel. Im April wurde auf Ebay ihr erster Golf, den sie nach der Wende fuhr, versteigert. Für 10.156 Euro erstand ein Geschäftsmann das weiße Modell. Teurer war da der Golf von Papst Benedikt XVI. - er wechselte für fast 190.000 Euro den Besitzer.