Golfgeflüster

Der Golfplatz als Kontaktbörse

Petra Götze über Turniere in Berlin und Brandenburg

Nirgendwo lassen sich berufliche Interessen und privates Freizeitvergnügen so gut miteinander verbinden wie auf dem Golfplatz. Wer vier bis fünf Stunden miteinander die Höhen und Tiefen des Spiels mit dem kleinen weißen Ball teilt, knüpft intensiver und nachhaltiger Kontakt zu potenziellen Geschäftspartnern als bei einem Business Meeting mit Power-Point-Präsentation. Das wissen auch die Experten für Personalentwicklung, Heike und Rüdiger Wegener. Sie luden gemeinsam mit der Baufirma ProDelta zum Golfturnier nach Gross Kienitz.

Das ergab dann so interessante Paarungen wie in meinem Flight mit einem Frauenarzt, einem Steuerberater und einem Verkäufer von Luxus-Limousinen. So unterschiedlich die Profession, hatten die drei Herren doch eines gemeinsam: Regelmäßig suchten sie ihre Bälle 30 Meter weiter, als sie tatsächlich geflogen waren.

Dies konnte der Bruttosiegerin des perfekt organisierten Turniers aber natürlich nicht passieren: Nationalspielerin Nina Holleder aus St. Leon-Rot spielte in ihrem alten Heimatclub Gross Kienitz eine Par-Runde. Mit einem Handicap von +3,4 will sie dann im nächsten Jahr Profi werden.

Gute Kontakte für gute Zwecke zu nutzen, darum geht es den Lions-Freunden. Zum zweiten Mal veranstaltete der Lions Club Berlin-Metropolis sein Charity Turnier mit 80 Teilnehmern im Golfclub Wannsee. Ohne ein Netzwerk von großzügigen Sponsoren und zahlungskräftigen Gästen wären solche Turniere mit exklusivem Dinner und großer Tombola am Abend nicht zu stemmen. Schließlich soll ja für den guten Zweck auch noch etwas übrig bleiben - in diesem Fall die stolze Summe von 17.500 Euro für die Stiftung Jona, die sich in Staaken um sozial benachteiligte Kinder kümmert.

Kein Wunder also, dass der Golfsport auch im Hinblick auf geschäftliche Kontaktpflege immer mehr Anhänger gewinnt. Denn auch Anfänger mit hohen Handicaps können bei Turnieren wie dem Lufthansa Mediencup mitspielen. Um dabei einen guten Eindruck zu machen, ist aber eine gewisse Grundkenntnis der Etikette unerlässlich. Wer das Gras rund um den im Rough wiedergefundenen Ball hingebungsvoll plättet, sollte statt zum Reisebügeleisen doch lieber erst einmal zum Regelbuch greifen.