Ablehnung

Oskar Roehler litt unter seinem Vater

Der Regisseur Oskar Roehler ("Elementarteilchen", "Die Unberührbare") hat als Kind viel Ablehnung von seinem Vater erfahren.

"Wenn er überhaupt da war, dann trennte mich eine richtige Front von ihm", sagte der 53-Jährige nun in einem Interview mit der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung". "Jede Frage, die ich ihm stellte, wehrte er mit den Worten ab: 'Jetzt nicht, dein Vater denkt nach'", erzählte der Sohn des vor zwölf Jahren verstorbenen Schriftstellers und linken Intellektuellen Klaus Roehler. Die Tür zu seinem Zimmer sei früher immer geschlossen gewesen. "Bestenfalls kam er und sagte mir gute Nacht."

Mehr Zuwendung erfuhr er von seinem Großvater, einem ehemaligen Nationalsozialisten. Die schwierige Beziehung zu seinem Vater hat Oskar Roehler, der mit seiner Frau in Berlin lebt, in dem 2011 erschienenen autobiografischen Roman "Herkunft" verarbeitet.

Im November dieses Jahres soll das Buch als Film mit dem Titel "Die Quellen des Lebens" ins Kino kommen. Jürgen Vogel, Meret Becker und Moritz Bleibtreu standen vor der Kamera. Von einem solch epischen Projekt, das mehr als drei Jahrzehnte Geschichte der Bundesrepublik umspannt, habe er lange geträumt, sagte Stefan Arndt, der das Projekt für die Firma X-Filme produziert.