Mode

Ausgezeichnet bescheiden

Designerin Kirsten Albers erhält die "Goldene Nase" 2012

Vielleicht ist es dem Einfluss ihrer Heimat geschuldet. Dieses gewisse hanseatische Understatement, das in all ihren Entwürfen zum Ausdruck kommt - und dem sie sich offenbar selbst verpflichtet fühlt. Designerin Kirsten Albers, gebürtige Hamburgerin, hält zumindest nicht viel von jener Selbstinszenierung, die nicht wenige ihrer Kollegen leidenschaftlich zelebrieren. Extravagante Auftritte, schrille Shows, nichts davon findet sich in der Vergangenheit der seit 1996 tätigen Kreativchefin des Labels Blacky Dress in Berlin. Das Augenmerk soll nicht auf sie gerichtet sein, sondern nur auf ihre Entwürfe.

Am Donnerstag jedoch verhielt sich das ausnahmsweise einmal umgekehrt. Im Schlosshotel Grunewald wurde Kirsten Albers mit dem Modepreis "Goldene Nase" geehrt, der seit 1976 durch ein Gremium von Fachjournalisten unter Leitung von Ruth Haber an "herausragende Kreative" vergeben wird. Große Namen haben diese Auszeichnung bereits erhalten, Vivienne Westwood etwa, Uli Richter und Anna von Griesheim im vergangenen Jahr. Kirsten Albers dagegen ist Experten ein Begriff, beim breiten Publikum jedoch wird es vor allem das Label sein. Zum vierten Mal war Blacky Dress, das neben der Marke Jean Paul zur Frank Henke Mode GmbH gehört, in diesem Sommer bei der Fashion Week dabei - zum vierten Mal wurde Albers für ihre Kollektion gefeiert. Für ihre klaren Linien, die klassischen Schnitte, die stets modern interpretiert werden. Auch mit ihrer für die "Goldene Nase" kreierten Show blieb sie dem treu. Und bewies, den Preis zu Recht bekommen zu haben.