Friede Springer

"Mein Herz gehört dem Verlag"

Rund 200 prominente Gäste gratulieren Friede Springer zu ihrem 70. Geburtstag

Rasch bildete sich eine lange Schlange. Mit Blumensträußen und anderen Präsenten in den Händen harrten einige der namhaftesten Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Kultur geduldig aus, um ihr die Ehre zu erweisen: Friede Springer feierte am Mittwoch im Journalistenclub des Axel-Springer-Hauses ihren 70. Geburtstag. Rund 200 prominente Gäste, darunter Bundeskanzlerin Angela Merkel mit Ehemann Joachim Sauer, kamen zu dem Empfang. Ein jeder hatte ein Geschenk dabei, obwohl die Gastgeberin selbst um Spenden für die 1978 von ihrem Mann gegründete "Bild"-Hilfsorganisation "Ein Herz für Kinder" gebeten hatte. Es gab viele herzliche Worte für die stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende. Ein "absolut verlässlicher und bescheidener Mensch" sei sie, wie der ehemalige Außenminister Hans-Dietrich Genscher sagte, eine "starke Frau, die besonders an die Schwachen denkt", wie es Außenminister Guido Westerwelle beschrieb. Für Rainer Brüderle, Fraktionsvorsitzender der FDP, ist sie "eine der bemerkenswertesten Frauen der Republik". Sie habe nicht nur die Arbeit ihres Mannes mit großem Elan fortgesetzt, so Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit, "sondern eigene Akzente gesetzt". Sie besitze eine ihr eigene "Zielstrebigkeit und Geradlinigkeit, ohne dabei jedoch ihren Charme zu verlieren", sagte Bundeswirtschaftsminister Philipp Rösler, während Fernsehmoderator Frank Elstner erzählte: "Uns verbindet eine treue und lange Freundschaft. Sie ist eine bewundernswerte Frau mit vielen tollen Eigenschaften. Ich gerate ins Schwärmen, wenn ich sie alle aufzähle." Ebenfalls seit langem mit Friede Springer gut bekannt ist Roland Hetzer, Chef des Deutschen Herzzentrums in Berlin. "Sie hat unsere Arbeit unheimlich unterstützt. Ich schätze sie als eine großzügige, offene, neugierige, wissbegierige Frau."

Sehr persönliche Worte waren es, die Mathias Döpfner, Vorstandsvorsitzender der Axel Springer AG, in seiner Rede fand. Er erinnerte an einen Abend während einer gemeinsamen Reise in die Ukraine, an dem ein Versuch eines gemeinsamen Walzers mit Friede Springer, einer passionierten und "grandiosen" Tänzerin, scheiterte. "Ich verspreche dir hiermit, nie wieder zu versuchen, dich aufzufordern", sagte Mathias Döpfner. Stattdessen überreichte er ihr einen Gutschein für einen Tangokurs - "weil es der einzige Tanz ist, den selbst du noch nicht beherrschst". Dennoch bekräftigte Mathias Döpfner, dass es immer zwei zum Tango brauche - und: "I am your partner."

Friede Springer bedankte sich herzlich für die Glückwünsche und sagte in ihrer Ansprache: "70 Jahre alt zu werden, ist kein Verdienst." Sie wolle sich an diesem Tag für die "vielfältige Hilfe und Treue" bedanken, die ihr im Laufe der Jahre entgegengebracht wurden: Sie wisse nicht, ob sie das alleine geschafft hätte, sagte sie. "Mein Herz gehört dem Verlag." Giuseppe Vita, Aufsichtsratsvorsitzender der Axel Springer AG, bezog sich zuvor in seiner Rede auf einen Brief von Altkanzler Helmut Kohl, der am Mittwoch in der "Bild"-Zeitung erschienen war. Darin schrieb Kohl, dass Friede Springer mit einer "unglaublichen Zähigkeit und Beharrlichkeit" in den vergangenen drei Jahrzehnten von der "Frau an seiner Seite" zu einer weithin respektierten und mächtigen Unternehmerpersönlichkeit geworden sei - doch dass sie auch unterschätzt worden war. "Aber nicht von mir", wie Vita anschloss. Sie habe das Werk ihres Mannes fortgeführt, und "wir bewundern dich dafür, mit welcher Konsequenz und Ausdauer du das getan hast und noch tust." Axel Springer habe immer gesagt: ,Friede, du machst das schon.' "Ich sage: Du hast es nicht nur gemacht. Du hast es gut gemacht."