Wladimir Kaminer

Hauptstadt im Gepäck

Der Berliner Autor und DJ Wladimir Kaminer feiert seinen neuen Roman am Alexanderplatz

Kommunistische Senfstullen, Döner-Erzengel und die ständige Suche nach einem Loch im Zaun - in seinem neuen Roman "Onkel Wanja kommt. Eine Reise durch die Nacht" meldet sich Wladimir Kaminer mit seinem besonderen Blick für eigentümliche Situationen zurück. In der Geschichte begibt er sich mit seinem Besucher auf einen Spaziergang durch das nächtliche Berlin. Im echten Leben führte Kaminer sein Weg am Montag zum Alexanderplatz. Das "Hotel Indigo" und der Autor feierten gemeinsam die Eröffnung des neuen Hauses und die Veröffentlichung des Romans. Die Zusammenarbeit kam nicht von ungefähr. Hotel-Manager Dirk Dreyer und Wladimir Kaminer verbindet die Erfahrung, vor über einem Jahrzehnt als Fremder nach Berlin gekommen zu sein.

Beide haben sich in die Stadt verliebt und sind geblieben. "Ich hatte viel zu lange in dieser Isolation in der Sowjetunion gelebt. In einem Land, in dem vieles im Nebel stand, aber eines klar war - dass wir die große Welt niemals aus erster Hand erleben würden", sagt Kaminer. Eine Rückkehr kann er sich nicht vorstellen: "Ich glaube, es gibt keinen Rückwärtsgang im Leben. Man kann nur mit der Zeit nach vorne schwimmen. Nur die Strömung ist überall unterschiedlich stark. Ich reise jetzt mit Berlin weiter."