ARD-Zweiteiler

Ein bewegendes Stück Geschichte

Produzent Nico Hofmann präsentiert den ARD-Zweiteiler "Der Turm"

Ein hochkarätiges Schauspielerensemble, ein preisgekrönter Regisseur und ein Bestsellerroman als Filmvorlage - viel kann da eigentlich nicht mehr schiefgehen. Dennoch hatte Erfolgsproduzent Nico Hofmann ("Die Grenze", "Dschungelkind") ein wenig Nervenflattern vor der Präsentation des Zweiteilers "Der Turm" nach dem gleichnamigen Buch von Uwe Tellkamp am Mittwoch in Hamburg.

"Ich habe mit allen möglichen Debatten gerechnet", sagte Hofmann. Doch Tellkamp habe sich, nachdem er den Film gesehen hatte, mit Tränen in den Augen bedankt. "Das war die emotionalste Vorführung, die ich je hatte", sagte Hofmann. "Der Turm", für den Uwe Tellkamp 2008 den Deutschen Buchpreis erhielt, galt bislang als unverfilmbar. Der Roman handelt von einer Familie aus dem Bildungsbürgermilieu in Dresden, die versucht, sich dem Staatsapparat der DDR zu entziehen, doch selbst mit der Flucht ins Privatleben keinen Frieden findet.

Viele der Schauspieler wie Jan Josef Liefers, Nadja Uhl, Claudia Michelsen, Götz Schubert und Steffi Kühnert haben den Alltag in der DDR selbst erlebt. Jan Josef Liefers, in Dresden geboren und aufgewachsen, wollte bei dem Projekt unbedingt dabei sein. "Das ist der erste DDR-Film, bei dem ich gesagt habe, den mache ich gern", sagte er. Wobei er weit weniger gutbürgerlich aufgewachsen sei: "Meine Welt war nicht so, wir wohnten an der Prager Straße, ich war downtown, der Stadtteil Weißer Hirsch, wo die Geschichte spielt, ist uptown, würde ich sagen." Gedreht wurde neben Originalschauplätzen in Dresden auch in Cotta, Görlitz, Bad Düben, Pilsen und Berlin. Regie führte Christian Schwochow ("Novemberkind"), ebenfalls in der DDR geboren.

"Jeder hat am Set seine eigenen Erfahrungen und Erinnerungen eingebracht", sagte Hofmann. "Das war eine schöne Atmosphäre." Die ARD zeigt "Der Turm" am 3. und 4. Oktober um 20.15 Uhr.