Deborah Sasson

12 Tenöre, ein Sopran

Auftritt in der Charité in Berlin für krebskranke Kinder

Ein bisschen Freude im oft tristen Krankenhausalltag: Die Sopranistin Deborah Sasson und das weltbekannte Vokalensemble The 12 Tenors, das momentan im Tipi am Kanzleramt gastiert, haben am Dienstagvormittag leukämiekranke Kinder im Virchow-Klinikum der Berliner Charité besucht - und wurden begeistert empfangen. Deborah Sasson ist sich sicher: "Musik kann uns trösten, sie kann uns inspirieren. Ich glaube an diese Kraft."

Als Bühne diente der breite Krankenhausflur - kunterbunt mit Selbstgebasteltem dekoriert. Und die Stimmung unter den kleinen Zuhörern, Patienten der Kinderkrebsstation 30i, war alles andere als gedrückt, sondern heiter und gelöst. Auch die Sänger konnten sich ein Schmunzeln nicht verkneifen, als ein kleiner Junge in den Song "You Raise Me Up" mit einstimmte. "Ahhhh", tönte es aus den Kehlen der zwölf Tenöre, "ahhhh", sang der Kleine im Publikum lautstark mit.

"Als Sänger kann man meist nicht viel machen, aber es ist schön, den Kindern in die Augen zu gucken", sagte der gebürtige Hamburger Johannes Beetz. Mit seinen Kollegen aus Kanada, Australien und sogar Mauritius sowie Sopranistin Deborah Sasson bot er eine mitreißende Show.

"O sole mio" wurde als kleiner Wettbewerb um die beste Stimme im Team inszeniert, Andrew Lloyd Webbers bekannter Song "Memory" aus dem Musical "Cats" sorgte für Gänsehautstimmung, und beim letzten Lied wurde noch einmal kräftig mitgeschnippt und geklatscht. "Schön", fand es die 15-jährige Thuy, die seit Beginn der Sommerferien auf der Krebsstation ist und hofft, bald alles überstanden zu haben. Auch die Großmutter des 13-jährigen Thomas war begeistert. "Er hatte mich extra eingeladen, damit wir uns das Konzert zusammen ansehen", sagte sie. Doch am Dienstag ging es ihm dann plötzlich doch zu schlecht. Er konnte sein Zimmer nicht verlassen. Immerhin: Die kräftigen Stimmen der Tenöre waren durch mehrere Flure zu hören.

"Ergreifend" fand Alexander Herzog, Tenor aus Bayern, das ungewöhnliche Konzert. Sichtlich gerührt schossen er und die anderen im Anschluss noch Erinnerungsfotos mit den kleinen Patienten. "Wir hoffen, dass wir den Kindern wirklich etwas geben konnten", sagte Johannes Beetz. So manches Kind kletterte danach jedenfalls mit einem zufriedenen Lächeln ins Bett.