Bildung

Schulen für die Kinder in Haiti

Die Schauspielerinnen Janin Reinhardt und Alissa Jung engagieren sich

Anfangs hatte sie Angst vor dem Hinflug. Vor dem, was sie dort erwarten könnte. Schlimmer aber sei es, aus Haiti zurückzukommen - mit dem Gefühl, nicht genug geholfen zu haben. Janin Reinhardt weiß, dass es nur ein kleiner Teil ist, den sie gemeinsam mit Alissa Jung und weiteren Freunden leisten kann. Und doch ist aus einer spontanen Idee mehr geworden, als die Schauspielerinnen gedacht hätten: Ein Verein namens Pen Paper Peace, dessen Gründung am Mittwoch im Club "Picknick" in Mitte gefeiert wurde, mit einem Auftritt des US-Sängers Milow und prominenten Gästen wie Nikolai Kinski.

Begonnen hat dabei alles mit einem Gespräch. "Ein Bekannter von mir arbeitete als Arzt in Haiti", erzählt Janin Reinhardt. Fasziniert von dessen Schilderungen befasste sich die 30-Jährige mit dem fernen Inselstaat und der Organisation NPH, die sich dort engagiert. Sie übernahm die Patenschaft für einen Jungen - und beschloss, es nicht bei Spenden zu belassen. Zusammen mit Schauspielkollegin Alissa Jung initiierten sie deshalb 2008 die Kampagne "Schulen für Haiti". Sie kauften zwei Gebäude auf, die rund 450 Kindern den Unterricht ermöglichten. Ein Jahr später reiste sie selbst zum ersten Mal nach Haiti. Von da an, sagt sie, habe sie das Land nicht mehr losgelassen. "Es hat mich geprägt wie nichts zuvor." Nach dem verheerenden Erdbeben besuchte sie die Insel erneut, eine von ihnen aufgebaute Schule wurde komplett zerstört. "Die Verantwortung, die wir übernommen haben, ist mir dann richtig bewusst geworden", sagt Janin Reinhardt. Um dieser gerecht zu werden, gründeten sie in Berlin den Verein Pen Paper Peace. "Wir haben schließlich alle noch unsere Berufe, und so können wir uns besser aufteilen."

Um die Diskrepanz zwischen der nicht selten oberflächlichen Schauspielbranche und ihrem Engagement wisse sie natürlich. "Mein Blick auf gewisse Dinge hat sich sicher verändert. Der Alltag hat einen anderen Sinn. Dennoch mache ich beides, die Vereins- und die Filmarbeit, mit ganzem Herzen." Im Oktober, hofft Janin Reinhardt, fliegt sie erneut nach Haiti. Ihr Partner, Schauspieler Kostja Ullmann, hat sie noch nicht begleitet. "Ich fände es schön, wenn er bald einmal mitreist", sagt sie. Damit er das sieht, was zum Teil ihres Lebens geworden ist.