Schauspieler

Das Ende als Berufsjugendlicher

Robert Stadlober feiert mit "Bis zum Horizont, dann links!" Premiere

Etwas Jungenhaftes hat er noch immer. Mit den blonden Haaren, die ihm ins Gesicht fallen. Dem Lächeln, bei dem sich Grübchen bilden. Robert Stadlober sieht nicht so aus, als ob er sich Gedanken um Rentenansprüche und Seniorenheime machen würde. Der Schauspieler befindet sich mit seinen 29 Jahren wohl in der Zeit, die gemeinhin als die "beste des Lebens" bezeichnet wird.

Doch zuletzt wurde er damit konfrontiert, wie sich das hohe Alter anfühlen kann. Im Film "Bis zum Horizont, dann links!", der am Dienstagabend im Kino in der Kulturbrauerei Premiere feierte, spielt er an der Seite von erfahrenen Kollegen wie Otto Sander und Angelica Domröse. Eine Komödie über eine Seniorengruppe, die aus dem betreuten Wohnen ausbrechen will.

Passend zum Thema nutzten vier Senioren, die zu den betagten, für den Erhalt ihres Seniorentreffs kämpfenden Hausbesetzern in Pankow gehören, die Gelegenheit, für ihr Anliegen zu demonstrieren.

Viel Spaß habe der Dreh gemacht, sagt Stadlober. "Otto Sander ist einfach beeindruckend souverän." Sich nur mit Gleichaltrigen zu umgeben, sei ohnehin langweilig - sagt einer, der im Film "Crazy" zum Sinnbild für den rebellischen Nachwuchsstar wurde. Mit 15 Jahren schmiss Stadlober die Schule, zog von Berlin nach Hamburg und wieder zurück. Machte stets das, wozu er Lust hatte. Und heute? "Ich finde es spannend, älter zu werden. Die letzten 15 Jahre habe ich als Berufsjugendlicher gelebt. Nun gehe ich auf die 30 zu. Da fängt man schon an, Verantwortung zu übernehmen." Stadlober lächelt. "Sesshaft werden, mit Baumpflanzen und Hausbauen, das möchte ich nicht unbedingt." Er habe jetzt andere Interessen, als in Bars abzuhängen. Das gilt auch für den Job. "Der berufliche Erfolg ist nicht mehr die Quelle allen Glücks." Zukunftssorgen seien für einen Schauspieler so alltäglich wie Zähneputzen, sagt er. Dennoch: "Für mich werden die nächsten 20 Berufsjahre zu den spannendsten meiner Karriere gehören."