Ladieslunch

Der Trend zeigt nach oben

Beim ersten Ladies Lunch der Berliner Morgenpost ist Mode das Thema

In der Welt der Mode ist meist wenig von Bestand. Wenn aber etwas wiederholt Erfolge feiert, dann kann daraus selbst in dieser schnelllebigen Branche eine feste Größe werden. Genau auf diesem Weg befindet sich die Berliner Modewoche. Zu diesem Fazit kamen die Teilnehmerinnen des Ladies Lunch, zu dem die Gesellschaftsredaktion der Berliner Morgenpost erstmals in den Journalistenclub des Axel-Springer-Verlags geladen hatte.

Zu dem Thema "Berlin - eine Modehauptstadt?" diskutierten sieben Frauen, die in verschiedenen Bereichen die diese Woche beginnende Fashion Week begleiten werden. Gemessen an den Zahlen ist die Hauptstadt der unangefochtene Standort für die Kreativen. Rund 3700 Unternehmen der Modewirtschaft sind derzeit tätig, die zusätzliche Wirtschaftsleistung durch die Fashion Week liegt laut einer aktuellen Studie bei mehr als 120 Millionen Euro je Saison. "Berlin entwickelt sich extrem schnell - und es ist eine sehr gute Entwicklung", bestätigte Anita Tillmann, Gründerin und Chefin der Modemesse Premium. Sie bemerke ein zunehmendes Interesse ausländischer Einkäufer. "Wir haben in diesem Jahr zehn Prozent mehr Aussteller, 73 Prozent davon sind international." Die Stadt sei angesagt wie nie. "Und je mehr Messen und Designer nach Berlin kommen, um so besser. Konkurrenz belebt das Geschäft." Genau diese Vielzahl an nachwachsenden Talenten ist es jedoch, die zu einer großen Herausforderung werden kann, wie Tanja Mühlhans, Referentin für Creative Industries in der Senatsverwaltung für Wirtschaft, Technologie und Forschung anmerkte. "Wir wollen neue Talente fördern, aber auch gute, etablierte Modelabels halten. Die richtige Balance zu finden, ist zuweilen schwierig, auch weil unser Budget für den Modebereich nicht mitwächst." So könne nicht jeder Designer für einen der begehrten "Slots", einer Schau im Zelt, berücksichtigt werden.

Genau dies bedauern Sarah Gottschalk und Nike van Dinther, die den Modeblog "This Is Jane Wayne" schreiben. "Es gibt viele Designer, die wir in den vergangenen Saisons großartig fanden, doch die dann keinen Platz mehr fanden. Sie müssten länger gefördert werden, um eine Entwicklung zeigen zu können", sagte Sarah Gottschalk. Ihre Kollegin ergänzte: "Das Zelt hat einen gewissen Muff. Offside ist spannender." Davon profitieren unter anderem die Messen. So registrierte Christine Zeine, Kommunikationschefin der Premium, eine Zunahme von jungen Designern, die sich die kleineren Stände eher leisten könnten als eine der teuren Shows. Vergleiche mit den Modemetropolen wie London und Paris hält Kerstin Geffert, Geschäftsführerin der PR-Agentur Silk Relations, für wenig förderlich: "Wir brauchen und wir haben eine eigene Handschrift in Berlin." Dennoch: Ohne finanzielle Mittel sei es schwieriger für die Stadt, sich gegen internationale Konkurrenz zu behaupten, wie Johanna von Boch, die im Quartier 206 an der Friedrichstraße das Geschäft "Cabinet" leitet, bemerkte. Am Ende wollten trotzdem alle Frauen eine positive Bilanz ziehen. Berlin ist vielleicht noch nicht Modehauptstadt - viel aber fehlt für diesen Titel nicht.