Mode

Ein Abend für die Eleganz - ganz ohne Dresscode

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Er liebt die Inszenierung. Wenn die Blicke auf ihn gerichtet sind, dann ist Jan-Henrik Scheper Stuke in seinem Element.

Und doch bleibt er authentisch dabei - weil er lebt, was er verkaufen will: ein Gefühl für Stil, Tradition, Qualität. Oder auch, schlichter ausgedrückt, Krawatten, Schleifen, Schuhe. Klassische Accessoires für den Herren halt. Mit gerade einmal 30 Jahren leitet er mit "Edsor" eine der ältesten deutschen Krawatten-Manufakturen. Von seinem Patenonkel übernahm er im Januar 2010 die Geschäftsführung der Firma, hob sie aus dem verstaubten Establishment, machte sie sogar für das Berlin-Mitte-Publikum tragbar. Am Dienstagabend versammelten sich viele seiner prominenten Kunden wie Cookies-Gastronom Heinz Gindullis und Medienprofi Jo Groebel im Ballsaal des Hotel de Rome, wo eine neue Edition des Labels, inspiriert von der Kultur und Landschaft Aserbaidschans, präsentiert wurde. Scheper Stuke hat persönliche Verbindungen zu dem Land, in dem kürzlich der Eurovision Song Contest ausgetragen wurde.

"Die Edition ist der Beginn einer Kollektion, die sich stetig erweitert", erklärte Jan-Henrik Scheper Stuke, der anschließend zu einem Fest zu Ehren der "wahren Eleganz" bat.

Was etwas hochgestochen klingt, war letztlich recht entspannt gehalten. Kein strenger Dresscode, kein Krawattenzwang. "Eleganz in Berlin ist, was jeder daraus macht. Das schätze ich so an dieser Stadt. In Hamburg oder München wäre das anders", sagte der gebürtige Oldenburger. Für ihn persönlich bedingt entsprechendes Benehmen einen guten Stil. "Sonst nützt der teuerste Anzug nichts." Günstig sind seine in der Kreuzberger Manufaktur gefertigten Produkte keinesfalls. Doch, so meinte Jan-Henrik Scheper Stuke, sei das Motto "Geiz ist geil" ohnehin "vorgestrig". Mittlerweile schätzen die Kunden Qualität - und vor allem mögen sie ihn, das Aushängeschild dieser Firma. Mit seiner auffälligen Brille, dem 20er-Jahre-Look. Wobei er nicht täglich Krawatte oder Schleife trägt. "Ein offenes Hemd ist für mich nichts Ungewöhnliches", erklärte er. Selbst ein Dandy braucht also mal seine Auszeit.

( cru )