Herbert Feuerstein

"Auf meinem Grabstein soll 'lechz' stehen"

Herbert Feuerstein wird 75. Er liebt "boshafte Unschuld" und Comic-Sprache

Wer Herbert Feuerstein sagt, der denkt auch Harald Schmidt. Die beiden bildeten jahrelang ein ungleiches Paar in der Comedy-Serie "Schmidteinander". Natürlich war Schmidt die Hauptperson und Feuerstein der Kleine, der immer eins drauf bekam. Schmidt erntete die Lacher. Aber Feuerstein bekam die Fanbriefe, weil sich die Leute mit ihm als Underdog identifizierten.

Doch Feuerstein hatte viel mehr Gesichter. "Auf meinem Grabstein soll nur 'lechz' stehen", verriet der in dritter Ehe mit der TV-Journalistin Grit Bergmann verheiratete Entertainer einmal. Er erfand diesen Ausdruck wie auch "würg", "stöhn" oder "ächz" als Chefredakteur des Satiremagazins "MAD". Feuerstein sieht sich damals wie heute "im Stadium boshafter Unschuld". Als katholisch erzogenes Kind - geboren im österreichischen Zell am See - habe er sich mit Tischdecke und Klobürste als Priester verkleidet und seinen Bruder auf einem Tisch für die Trauermesse aufgebahrt.

Ein frühes Talent, das ihn später zum Teufel in der Berliner "Jedermann"-Inszenierung machte, aber ihn auch zu Fernsehshows wie "Wild am Sonntag" oder "Pssst!" brachte. Heute moderiert er Konzerte wie das Classic Open Air.

Bei der WDR-Sendung (16. Juni, 22.25 Uhr) wird Harald Schmidt übrigens fehlen, daher heißt es: "Herr Feuerstein wird 75, und Herr Pastewka feiert ihn".