Golfgeflüster

Gastronomen in kurzen Hosen

Petra Götze über Turniere in Berlin und Brandenburg

Was für Ärzte der Mittwoch, ist für Gastronomen der Montag: Golftag. In den Golfclub Gatow hatte Frank Reichel vergangenen Montag zum 9. Turnier seiner Wein Compagny geladen: Josef Eder (Grand Hyatt), Majid Samara (La Favorita), Anjou Haufe (Eiffel) und Thomas Brockmann (Haus Sanssouci) genossen ihren Ruhetag auf dem sehr gepflegten Platz mit schönen alten Bäumen, der einst von den britischen Alliierten angelegt und im Jahr 2000 um weitere neun Löcher erweitert wurde.

Dass der von hohem Schilf gesäumte Teich einst eine Kohlegrube war, in der die sogenannte Senatsreserve für das eingemauerte West-Berlin lagerte, ist kaum zu glauben.

Wo Gastronomen zusammenkommen, gibt es natürlich ausgezeichnete Verpflegung und jede Menge Spaß: allein der Anblick von Joe Laggner - Chef zahlreicher Lokale rund um den Gendarmenmarkt - in kurzen Lederhosen, knallgelben Strickstrümpfen und lila Weste sorgte für Erheiterung. Der werdende Vater siegte in seiner Spielklasse und verbesserte sein Handicap von 30,5 auf 25,2. Fast ebenso erfolgreich schnitt Fred Hürst, Direktor vom Grand Hyatt, ab: Er spielte sich von Handicap 36 auf 32,5 herunter. Wer mit seinem Spiel nicht so viel Glück hatte, freute sich über die Tombola, die den Jugendmannschaften im Golfclub Gatow eine Spende von mehr als 2000 Euro bescherte.

Böse Zungen behaupten, das Golf-Handicap würde die Anzahl der wöchentlichen Arbeitsstunden verraten. Auf die Teilnehmer des alljährlichen Golfcups der Messe Berlin trifft dies natürlich nicht zu. Unter den Gästen des beliebten Turniers am Seddiner See waren unter anderem Berlins Mercedes-Chef Walter Müller (Handicap 14,5), Investitionsbank-Vorstand Ulrich Kissing (Handicap 17,5), Hertha-Präsident Werner Gegenbauer (Handicap 16,0) und RTL-Radio-Chef Gert Zimmer (15,8). Bruttosieger des Turniers wurden Sabine Ferch (10,4) und Roland Specker (Handicap 4,7).

Gastgeber Raimund Hosch plädierte lachend bei der Siegerehrung dafür, den Sonderpreis Longest Drive künftig doch bitteschön demjenigen zu verleihen, der nach einem misslungenen Abschlag seinen Driver am weitesten schmeißen würde. Er selbst hätte dann sehr gute Chancen.