Hoppegarten

Ganz schön aufgesetzt

Bei einem Wettbewerb in Hoppegarten werden Hutkreationen geehrt

Wirklich weg waren sie nie. Etwas in Vergessenheit geraten vielleicht, manchmal auch abgetan als dekadentes Statussymbol, ein überflüssiges Relikt aus der Kaiserzeit. Mittlerweile sind Hüte in den verschiedensten Variationen wieder alltags-, und straßentauglich - im Sommer sowieso. Doch kommt der Kopfschmuck wohl kaum schöner zur Geltung als am Rande einer Pferde-Rennbahn. Die Briten beweisen das seit rund 300 Jahren, wenn sie beim traditionellen "Royal Ascot" ausladende und verzierte Modelle präsentieren - allen voran die weiblichen Mitglieder der Königsfamilie. Allerdings: Was Ascot kann, das muss Hoppegarten nicht fürchten. So war es eine ebenso bunte wie kreative Auswahl, die von 400 Frauen beim "Ladies Day" während der Rennen am Pfingstsonntag vorgetragen wurde. Mal schlicht und aus Stroh geflochten, dann wieder glitzernd und glamourös.

Auf Einladung von Hoppegarten-Chef Gerhard Schöningh und Tini Gräfin Rothkirch versammelte sich die gut behütete Gesellschaft, um sich der Bewertung einer prominent besetzten Jury zu stellen. Neben der Modeschöpferin Nanna Kuckuck beurteilten Hutdesignerin Cornelia Plotzki , RBB-Moderatorin Britta Elm , Entertainerin Dagmar Frederic und Schauspielerin Leslie Malton die - teilweise selbst gestalteten - Kopfbedeckungen. Die Juroren bewiesen dabei selbst viel Fantasie, nur Leslie Malton kam ohne Hut. Aus Zeitmangel, wie sie entschuldigte. Inspirationen sollte sie an diesem Tag aber genügend bekommen: In den Kategorien "glamourös und elegant", "kreativ und selbstgemacht" und "sommerlich und unbeschwert" waren außergewöhnliche Designs wie die Form des Fernsehturms, angesteckte Papageien oder ein Vogelnest zu sehen. "Es wird jedes Jahr besser und ich bin immer wieder überrascht über die Kreativität der Damen und die Vielzahl der Hüte", erzählte Dagmar Frederic.

Mit einer blauen Federkomposition im Ascot-Stil überzeugte Soja Shakra als Preisträgerin der elegantesten Kreation. Maria Hofmann derweil entwarf ihren Hut aus pinken Blüten selbst, wurde dafür in der Kategorie "kreativ" geehrt. Preiswürdig war für Organisatorin Tini Rothkirch ohnehin jede Besucherin. Und selbst die Herren überraschten vereinzelt mit ungewöhnlichen Accessoires. Ein junger Mann lief dem Anlass angemessen über die Rennbahn - mit einer Mütze in Form eines Pferdekopfes.