Preisverleihung

"Wer Musik nutzt, muss bezahlen"

BossHoss sprechen über Gema, Urheberrecht und den Musikautorenpreis

Tätowierte Arme, große Silberringe und Lederstiefel. Alec Völkel (40) und Sascha Vollmer (40) von der Band BossHoss sehen aus wie böse Jungs, doch sie pochen ganz brav auf ihr Recht. Seit sie und ihre fünf Bandkollegen 2005 "Like Ice in the Sunshine" ins musikalische Country-Gewand kleideten, ist die in Berlin ansässige Rockband aus der Musikszene nicht mehr wegzudenken. Bei der Diskussion über Internetpiraterie haben die beiden, die auch in der Jury der Castingshow "The Voice of Germany" saßen, einen klaren Standpunkt. Den äußern sie auch anlässlich der Verleihung des Musikautorenpreises im "Ritz Carlton" am Donnerstagabend. Die Musiker finden die Veranstaltung gut. "Weil es bei dem Preis um diejenigen geht, die die Lieder schreiben", erklärt Alec. Unter dem Motto "Autoren ehren Autoren" werden Komponisten und Textdichter bedacht - die heimlichen Stars aus der zweiten Reihe. "Hier geht es nicht um Verkaufszahlen, sondern um Qualität", ergänzt Sascha. Ausgelobt wurde der Preis zum vierten Mal von der Gema, die gerade mit YouTube in einem Rechtsstreit liegt. "Die Gema ist wichtig, denn sie schützt Künstler und ihr geistiges Eigentum", erklärt Alec.

"Es ist nicht fair, dass bei YouTube geschützte, teuer produzierte Videos gezeigt werden und man als Künstler, der den Content liefert, nichts vom Gewinn sieht. Wer Musik nutzt, muss auch bezahlen."

Zu den Preisträgern des Abends gehört Musiklegende James Last (83), der für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde. Der Erfinder des "Happy Party Sounds" hat nicht nur jahrzehntelang als Bandleader Erfolge gefeiert, sondern ist auch Komponist, Arrangeur und Produzent. Von ihm stammt zum Beispiel die "Traumschiff"-Melodie.

Die Gewinnerin der Rock-Rubrik, Catharina Sieland, wurde von ihrer Laudatorin Ina Müller rustikal gelobt: "Cäthe, du bist 'ne coole Sau." In der Rubrik "Text Pop" verwies der Songwriter Danny Dziuk, der unter anderem Lieder für Annett Louisan schreibt, die Konkurrenz auf die Plätze. Als bester Filmkomponist wurde Ralf Wengenmayr ausgezeichnet, der unter anderem Filme von Michael "Bully" Herbig oder Leander Haußmann vertont hat. Laudatorin Anna Thalbach setzte bei der Verleihung des Preises der Kategorie "Text Kinderlied" an Gerhard Schöne eine Spitze gegen den Gastgeber Gema: "Ich bin froh, dass ich keine Gebühren zahlen muss, wenn ich Kinderlieder singe - sonst wäre ich arm."