Katharina Saalfrank

Erziehung auf großer Bühne

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Caroline Rudelt

Katharina Saalfrank wurde als Super-Nanny bekannt. Nun tritt die 40-Jährige in Berlin im Admiralspalast auf

Sie war letzte Rettung und erste Hilfe. So etwas wie die Pädagogin der Nation. Als "Super-Nanny" schlichtete Katharina Saalfrank familiäre Krisen vor laufender Kamera. Sieben Jahre lang. Ende November dann wurde das Aus der quotenstarken RTL-Sendung verkündet. Einvernehmlich beschlossen, wie es offiziell hieß. Allerdings berichtete der "Spiegel" damals von Zerwürfnissen - die Diplom-Pädagogin habe das Vorgehen des Senders zunehmend kritisiert. Zu häufig sei zugunsten des Drehbuchs in ihre erzieherische Maßnahmen eingegriffen worden.

Ein halbes Jahr später zu jenem Format befragt, das sie deutschlandweit bekannt machte, wirkt die 40 Jahre alte Wahlberlinerin keinesfalls verbittert. Im Gegenteil. Sie bereue nichts, sagt Katharina Saalfrank. "Es war eine tolle Möglichkeit, viele Menschen zu erreichen und auf Grundsätzliches aufmerksam zu machen." Eine wunderbare Erfahrung sei es gewesen, die Familien zu begleiten. "Ich habe mich in den letzten Jahren sehr entwickeln dürfen", resümiert sie. Nun aber sei Zeit für Neues. Am 11. Mai präsentiert sie im Admiralspalast ihr Bühnenprogramm "Nein, Mama!". Dabei möchte sie keine Show bieten, vielmehr direkt mit Menschen in Kontakt treten, um mit ihnen über das Thema Familie zu diskutieren und Anregungen ohne Anleitungen zu geben. Denn, und das ist Katharina Saalfrank wichtig, die perfekten Eltern gibt es ebenso wenig wie funktionierende Kinder. "Erziehung ist ein Begriff, den ich nicht benutze. Es geht um Beziehung, und natürlich ist eine lebendige Beziehung immer auch geprägt von Zweifeln." Sie selbst kenne das nur zu gut. Vier Söhne hat sie gemeinsam mit ihrem Mann Christian, zwischen zwölf und 18 Jahre alt. Unantastbar ist sie als Mutter sicher nicht, daran ändert auch der Status einer "Super-Nanny" nichts.

An ihre Prominenz musste sich Katharina Saalfrank zu Beginn der Fernsehkarriere erst gewöhnen. In "verschiedenen Situationen" sei es nicht einfach gewesen, wenngleich sie nun ihre Bekanntheit im "Sinne der Sache" einsetzen könne: Gegen Gewalt in Familien etwa möchte sie vorgehen. "Immer noch scheint der Gedanke vorzuherrschen: Ein Klaps hat noch niemandem geschadet." Zum Betreuungsgeld, über das derzeit gestritten wird, hat sie ebenfalls eine klare Meinung. "Ich halte es für absolut überflüssig." Die pädagogische Arbeit von Eltern sei selbstverständlich. "Sie sollte nicht sachlich entlohnt, sondern unterstützt werden." Dabei möchte sie weiterhin helfen. Nicht mehr als "Super-Nanny". Sondern als Katharina Saalfrank.