Hans-Werner Meyer

"Die Kinder haben schließlich Hunger"

Der Schauspieler Hans-Werner Meyer (48, "Die letzte Spur") beschwert sich über schlechte Arbeitsbedingungen und zu geringe Löhne für Schauspieler.

"Selbst Hunde verdienen bei Dreharbeiten in der Regel mehr", sagte Meyer, der stellvertretender Vorsitzender des Bundesverbands der Film- und Fernsehschauspieler (BFFS) ist. Schauspieler würden für manche Produktionen sogar danach ausgesucht, ob sie am Drehort lebten oder bei Freunden schlafen könnten - nur, um Kosten zu sparen. Teilweise verdienten Mitwirkende auch bei öffentlich-rechtlichen Produktionen pro Tag nur 300 Euro mit der Begründung, es handle sich um einen "künstlerisch wertvollen Debütfilm", sagte Meyer im Interview mit "Bild.de".

Der Arbeitsaufwand von Schauspielern sei sehr hoch, zudem müsse man sich permanent um neue Rollen bewerben. Er plädiert daher für eine einheitliche Untergrenze bei Gagen, Bezahlung von Überstunden und eine bessere soziale Absicherung für Schauspieler, die meist noch nicht einmal Arbeitslosengeld bekommen würden.

Er selbst sei bei Angeboten bisweilen wenig wählerisch, gestand Hans-Werner Meyer, der für seine darstellerische Leistung unter anderem mit dem Bayerischen Fernsehpreis ausgezeichnet wurde. "Rollen des Geldes wegen anzunehmen, ist für mich nicht ehrenrührig. Die Kinder haben schließlich Hunger", sagte der zweifache Familienvater.

( stef )