Parfums

Da liegt was in der Luft

Im Tempodrom wird am Freitagabend der Parfumpreis Duftstars gefeiert. Designer Jean Paul Gaultier erhält den Ehrenpreis

Parfum, das ist wie die Liebe. Ein bisschen ist nie genug. Zu diesem Schluss kam einst Estée Lauder. Die legendäre Kosmetik-Unternehmerin war damit ihrer Zeit voraus. Denn galten Parfums früher als Luxus, sind sie mittlerweile zu einem Massenprodukt geworden. Mehr als 1000 Düfte konkurrieren in den Regalen der Parfümerien um die Gunst der Käufer, jährlich kommen etwa 200 neue Kreationen hinzu. Da kann es hilfreich sein, wenn man sich mit jenem Preis schmücken darf, der Freitagabend im Tempodrom in Kreuzberg verliehen wurde.

Zum 20. Mal ehrte die Deutsche Fragrance Foundation die Parfums des Jahres mit den "Duftstars". Entsprechend prominent war die Gästeliste zu der Gala, durch die Moderatorin Barbara Schöneberger führte. Neben Schönheiten wie Franziska Knuppe, Nazan Eckes, Eva Padberg und Karoline Herfurth sorgte vor allem Burlesque-Star Dita von Teese für reichlich öffentlichkeitswirksames Blitzlicht. Denn ganz uneigennützig war der Besuch der US-Amerikanerin nicht. Schließlich wurde sie in der Kategorie "Lifestyle" für ihr eigenes Parfum geehrt, das sie vor Kurzem erst im Soho House in Mitte vorgestellt hatte - und hier nun noch einmal vor fachkundigem Publikum bewerben konnte. "Ich bevorzuge nicht zu süße Düfte. Gern etwas verrucht." Werbung in eigener Sache hat er dagegen nicht mehr nötig: Jean Paul Gaultier, französischer Designer und Besitzer eines nach ihm benannten Modeimperiums. Das ewige Enfant terrible der Branche, bekannt für unkonventionelle Kollektionen, wurde mit dem "Persönlichkeitspreis 2012" geehrt. Gaultier zeigte sich gut gelaunt im Hosenrock, erzählte, dass er an der Ausstattung für die neue Madonna-Tournee mitarbeite und schwärmte von der Stadt: "Berlin riecht metallisch - und stark."

Für Pop statt Parfum war auf der Bühne die Sängerin Melanie C verantwortlich. Sie hat noch keinen Duft lanciert - und wird dies wohl auch nicht tun. "Davon halte ich nichts. Ich finde, nur weil man berühmt ist, sollte man keine Mode oder Parfums machen." Sie bevorzuge Parfums zu tragen, nicht zu kreieren.