"Ich habe gelernt zurückzuschnauzen"

Harald Schrott (44) spielt oft Verbrecher, Attentäter, Terroristen oder Kunstdiebe.

"Ich finde ambivalente Charaktere interessant", sagt der österreichische Schauspieler, der aber auch eine Weile mit seinem Image gehadert hat. In "Tote ohne Alibi" (30.4., ZDF, 20.15 Uhr) verkörpert er nun einen windigen Consultant. "Er ist eine graue Eminenz, die unentbehrlich für die Leute im Rampenlicht ist und ihre Drecksarbeit erledigt. Ein Schreibtischtäter, aber auch ein Macher." Wenn er von der Rolle, dem Team (Katharina Böhm, Max Simonischek, Kostja Ullmann) und dem Drehbuch spricht, schwingt leicht sein Tiroler Akzent durch. Schrott wurde in der Nähe von Innsbruck geboren, lebt aber seit 1994 in Berlin, damals spielte er am Maxim Gorki Theater. "Das war ein richtiger Kulturschock, ich kam ja aus der Provinz", sagt er. Der raue Berliner Ton habe ihn zunächst schockiert. "Aber ich habe gelernt, zurückzuschnauzen. Dann sind alle viel herzlicher geworden." Heute lebt er mit seiner Frau und drei Kindern in Prenzlauer Berg, doch die Sehnsucht nach Tirol wächst. "Nun träume ich davon, eines Tages hier die Zelte abzubrechen und wieder in den Süden aufs Land zu ziehen."