Matthias Schweighöfer

Der Mann für alles

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Caroline Rudelt

Matthias Schweighöfer steht vor und hinter der Kamera - ein Besuch am Set

Vorsichtig greift die junge Frau nach seiner Hand. Wirft ihm einen Blick zu und lächelt, während sie über eine schmale Brücke gehen, die über den Karpfenteich im Schlossgarten Charlottenburg führt. Ein verliebtes Paar in der Frühlingssonne, ein scheinbar perfektes Glück. Doch das wird kurz darauf lautstark unterbrochen.

"Das war nichts, gleich wieder auf Anfang", ruft ein Mann mit schwarzer Schiebermütze vom Wegesrand. Unverzüglich drehen die beiden Spaziergänger um - zum sechsten oder siebten Mal an diesem Tag. Matthias Schweighöfer und Catherine De Léan sind in dieser Szene zu sehen. Nur eine von vielen, die derzeit in Berlin, Brandenburg und Hessen für den "Schlussmacher" gedreht werden - der zweite Film, bei dem Matthias Schweighöfer nicht nur Hauptdarsteller, sondern auch Regisseur und Produzent ist. Eine romantische Komödie (Start: Januar 2013) soll es am Ende werden, in welcher der 31-Jährige den Vertreter einer Trennungsagentur spielt. "Er ist ein guter Chef", bescheinigt ihm seine Kollegin, die aus Montreal stammende De Léan. "Wir haben viel Spaß hier am Set." Offensichtlich weiß der Chef, wie er sein mehrköpfiges Team motivieren kann: "Humor, Geduld und Liebe sind wichtig. Und gutes Essen." So amüsant das klingen mag - Matthias Schweighöfer achtet penibel auf jedes Detail. Selbst wenn er häufiger vor als hinter der Kamera steht. "Ich bin perfektionistisch", bestätigt er, ehe er einige Schritte zur Seite macht. Das Gehen fällt ihm schwer, eine eigens für die Rolle umgelegte Beinschiene behindert ihn etwas.

In einem Zelt kontrolliert derweil Tonmeister Manfred Banach die Aufnahmen, Co-Regisseur Torsten Künstler und Kameramann Bernhard Jasper beugen sich über einen kleinen Bildschirm. Sie diskutieren leise miteinander, dann kann der Dreh fortgesetzt werden. Es ist eine eingespielte Gruppe, die nur wenige Worte braucht. Künstler und Jasper waren bereits bei Schweighöfers mit rund zwei Millionen Zuschauern äußerst erfolgreichem Regiedebüt "What A Man" dabei, genauso wie Regieassistentin Natalie Beer oder Maskenbildnerin Charlotte Chang . Für sie ist es sogar schon der vierte Film, für den sie Schweighöfer schminkt.

Hektisch wirkt an diesem Set niemand, erst recht nicht Matthias Schweighöfer. Sehr zufrieden sei er mit dem bisher Erreichten, erzählt er. Ob es ihm schwer falle, die Fäden in der Regie wegen seiner Rolle nicht komplett in der Hand halten zu können? "Verantwortung abzugeben, ist immer gut", sagt er, grinst und begibt sich mit Catherine De Léan wieder in Position. Dann fällt die nächste Klappe. Es ist sicherlich nicht die letzte.