Schauspieler

Für seine Familie gab er das Theater auf

Schauspieler Tilo Prückner über Verantwortung, die Erziehung seiner Söhne und seine Rolle im zweiten "Kluftinger"-Krimi

Sich zur Ruhe setzen und das Leben als Großvater genießen - das reicht Tilo Prückner nicht. Mit 71 Jahren will der Schauspieler weiterhin auf der Bühne oder vor der Kamera stehen. Nicht nur, weil "ich das Geld gut gebrauchen kann. Ich drehe halt auch gern", sagt Prückner, der derzeit in dem Kinofilm "Iron Sky" und ab Mitte Juli in der Komödie "Bis zum Horizont, dann links!" zu sehen ist.

Nach seiner Schauspielausbildung wurde Prückner Anfang der 70er-Jahre Teil des Theaterkollektivs um Intendant Peter Stein. "Das war schwierig zu handhaben", erinnert sich Prückner an die Zeit, als er mit Kollegen wie Bruno Ganz und Otto Sander in der damals am Halleschen Ufer angesiedelten Schaubühne auftrat. "Die Bedingungen waren verschärft. Ich war als Vater ebenso verantwortlich für meine Kinder wie die Mutter. Gleichzeitig herrschte am Theater ein totaler Anspruch an die Schauspieler. Da musste ich mich entscheiden." Er verließ die Theatertruppe und übernahm Verantwortung für die junge Familie. Nicht selbstverständlich für einen Mann, der sagt "kein Familienmensch" zu sein. Anders als in der Rolle des pensionierten Leiters der Mordkommission im Kluftinger-Krimi "Milchgeld" (ARD, 26. April), in der er sich in die Untersuchungen seines von Herbert Knaup gespielten Sohnes einmischt, zog es Prückner vor, seinen beiden Söhnen stets freie Hand zu lassen. Einen Ratschlag hätte er, als einstiger Hamburger "Tatort"-Kommissar, jedoch an seinen Nachfolger Til Schweiger, der künftig in der Hansestadt ermitteln wird: "Ich finde, dass er noch einen Partner braucht. Es muss ja kein Kommissar sein. Vielleicht ich als ein alter, verwahrloster Typ."