Architektur

Bushido darf seine Villa nicht weiterbauen

Ärger in Kleinmachnow - Bäume unerlaubt gefällt

Bushido (33) schien das Rüpelrapper-Image abgelegt zu haben. Sein aktuelles Album "23" präsentierte er gemeinsam mit seinem ehemaligen Erzfeind Sido, für seine Mutter Luise, seine neue Lebensgefährtin Anna-Maria Lagerblom (29), der offensichtlich schwangeren Schwester (Foto) von Sarah Connor, und deren Sohn hatte sich der Plattenmillionär eine denkmalgeschützte Villa in Kleinmachnow gekauft, um sich mit der Familie zurückziehen zu können. Doch genau damit ist der Musiker, der sich einst zum "Staatsfeind Nr. 1" ausrief, nun wieder mit dem Gesetz in Konflikt geraten.

Bushido, der mit bürgerlichem Namen Anis Mohamed Youssef Ferchichi heißt, soll direkt nach dem Umzug in die dreigeschossige Villa auf dem 16.000 Quadratmeter großen Grundstück mit den Umbauarbeiten losgelegt haben - ohne Genehmigung. "Die Baufreigabe wurde nicht abgewartet", sagt Kai-Uwe Schwinzert, Pressesprecher vom Denkmalschutz Potsdam-Mittelmark. Außerdem soll in dem Anwesen, das 1910 als Seemannsheim erbaut wurde, wenig Rücksicht auf den Denkmalschutz genommen worden sein. Der historische Dielenboden soll entfernt worden sein genau so wie einige Wände in der Villa. "Es wurden Bauarbeiten vorgenommen, die nicht genehmigt waren", sagt Sprecher Schwinzert. Zwar nehme es nicht jeder Bauherr mit dem Denkmalschutz so genau, aber in diesem Fall wiege besonders schwer, dass auch das denkmalgeschützte Einfahrtstor aus der Zeit von Kaiser Wilhelm einfach zerstört wurde. Die Steine davon liegen noch sichtbar auf dem Grundstück in Kleinmachnow. "Das Amt hatte erlaubt, das Tor zu erhöhen, nicht jedoch, es gleich einzureißen", sagt Schwinzert. Außerdem sollen unerlaubt Bäume gefällt worden sein.

Der Rap-Bösewicht ist bekannt dafür, sich um Gesetze und den guten Ton nur selten zu scheren. Die Vorwürfe reichen von Frauen- und Schwulenfeindlichkeit bis zur Urheberrechtsverletzung. Die Verleihung des Bambi-Integrationspreises an ihn im November 2011 fand Peter Plate von der Band Rosenstolz höchst fragwürdig. Peter Maffay, der mit Bushido für sein Album noch den Tabaluga-Song "Ich wollte nie erwachsen sein" aufgenommen und ihm den Bambi überreicht hatte, distanzierte sich nachträglich öffentlich von dem Rapper. Sänger Heino gab seinen Bambi sogar zurück. Zur gleichen Zeit verbot ihm das Münchner Landgericht, weiter über Big-Brother-Kandidatin Ingrid Pavic zu lästern.

Jetzt hat Bushido Post von der Baubehörde bekommen. "Es wurde ein Baustopp verhängt und ein Bußgeldverfahren eingeleitet. Wir warten nun, dass sich der Bauherr meldet", sagt Kai-Uwe Schwinzert. Noch sei man zuversichtlich. "Eine Rekonstruktion des Tors ist noch möglich", sagt Schwinzert. Bushido selbst wollte sich zu den Vorwürfen nicht äußern.