Interview: Frank Kuenster

In ist, wer drin ist

In den Berliner Bars und Clubs feiern auch viele Prominente gern. Doch wie kommt man rein?

Der kleine Laden an der Friedrichstraße 112 b ist sehr angesagt. Hier feiern unter anderem Jungschauspieler David Kross , Sängerin Vicky Leandros , Moderatorin Anne Will und Schauspielerin Heike Makatsch .

Berliner Morgenpost:

Herr Kuenster, was macht einen guten Türsteher aus?

Frank Kuenster:

Das Wichtigste ist, die Menschen zu lieben. So profan das vielleicht klingen mag, aber das halte ich für essentiell. Zudem ist man als Türsteher in einer Situation, in der man Privilegien verteilen darf. Aber diese Minimalmacht sollte man auf keinen Fall ausnutzen.

Werden Prominente bei Ihnen an der Tür anders behandelt als "Normalos"?

Nein, ich behandle alle gleich. Das hat auch mit meiner Lebensphilosophie zu tun. Ich mache da keine Unterschiede.

Wie kommt man rein ins "King Size"?

Also, mit dem Geldbeutel wedeln sollte man nicht. Das ist typisch München. Charmant lächeln ist viel besser. Und dann ist die Bar eben sehr klein, und ich habe eine imaginäre Gästeliste im Kopf, die vor allem die Freunde und Bekannten der Betreiber und mir umfasst. Es kommen also vor allem die Leute rein, die ich kenne. Aber nicht nur. Wenn jemand interessant ist und offen und entspannt und eine positive Ausstrahlung hat, darf er rein.

Das "King Size" ist eine kleine Bar, trotzdem stehen die Leute davor jedes Wochenende Schlange. Was macht den Laden so besonders?

Das Besondere ist vermutlich die einzigartige Stimmung zwischen Entspannung und Exzess. Und die besondere Mischung an Leuten.

Haben es attraktive Frauen leichter an der Tür?

Generell würde ich sagen: Ja. Aber ich achte darauf, dass sich das Geschlechterverhältnis im Gleichgewicht befindet.

Welches Verhalten kommt gar nicht gut an der Tür an?

Aggressives Auftreten. Pöbeleien. Ausfälligkeiten. Provokation.

Gab es schon mal Situationen, die wirklich unangenehm oder gefährlich waren?

Zum Glück nur sehr selten. Ich habe eine große physische Präsenz, das schreckt viele ab. Es gibt selten echte Auseinandersetzungen, und das ist gut so, denn ich bin ein sehr friedliebender Mensch.

Sie sind schon seit mehr als 20 Jahren als Türsteher aktiv. Worin besteht der Reiz?

Der Job ist reizvoll für mich, weil ich Teil der Party sein kann. Ich stehe zwar an der Tür, gehöre aber trotzdem dazu. Außerdem bekomme ich jede Menge Aufmerksamkeit von schönen Frauen. Ich finde, ich habe einen echten Traumjob.