Interview: Friederike Werner

In ist, wer drin ist

In den Berliner Bars und Clubs feiern auch viele Prominente gern. Doch wie kommt man rein?

Den Club mit Restaurant besuchten bereits internationale Stars wie Madonna oder Janet Jackson .

Berliner Morgenpost:

Frau Werner, welche Eigenschaften braucht man als Türsteherin?

Friederike Werner:

Empathie ist ganz wichtig. Man muss ein gutes Gespür für Menschen haben. Und man sollte wissen, was zum Club passt. Da kann man nicht immer nur nach Klamotten oder Stil entscheiden. Ob jetzt Sneakers und Jeans oder Kleid und Anzug ist eigentlich zweitrangig. Ich achte vor allem auf eine gute Mischung von Leuten.

Der "Asphalt Club" ist auch bei Prominenten sehr beliebt, Madonna war 2011 während der Berlinale hier zu Gast. Welche prominenten Gäste gab es bisher noch?

Wir sind eigentlich sehr zurückhaltend, was Prominente angeht, denn wir wollen, dass die Leute bei uns ungestört feiern können. Im Februar war zum Beispiel Johnny Depp zu Gast, was gar nicht viele mitbekommen haben. Es war zwar ein kurzer Besuch, auch nicht groß angekündigt, aber er war da. Das hat uns natürlich sehr gefreut.

Werden Prominente an der Tür bevorzugt behandelt?

Nein. Aber wenn man jemanden kennt oder erkennt, versucht man natürlich, ihn etwas schneller reinzuholen und nicht ewig in der Schlange stehen zu lassen. Genauso mache ich es mit jedem guten Mitglied oder Stammgast aber auch.

Wie kommt man in den "Asphalt Club"?

Grundsätzlich kommt bei uns jeder Gast mit einem höflichen Auftreten und einer positiven Ausstrahlung rein.

Was geht gar nicht an der Tür?

Lautes Pöbeln ist immer verkehrt. Ich versuche meistens, mit den Gästen kurz ins Gespräch zu kommen, um zu merken, in was für einer Stimmung sie sind und mit wem sie da sind. Wenn ich merke, jemand artikuliert sich aggressiv oder genervt oder ist nicht in der Stimmung, die zu unserem Club passt - dann lasse ich den- oder diejenige lieber nicht rein.

Sie sind eine junge Frau und kein muskelbepackter Mann wie die meisten Türsteher. Gab es schon Situationen, die gefährlich oder unangenehm waren? Wie verhalten Sie sich dann?

Ich habe immer zwei starke Männer an meiner Seite, die ein Auge auf mich haben und eingreifen, wenn etwas sein sollte. Wenn ich merke, dass jemand aggressiv wird, kann ich mich auf sie verlassen.

Was ist der Reiz am Job der Türsteherin?

Ich habe den Job zu Studentenzeiten angefangen und ihn weitergemacht, weil er gut zu meinem Job als PR-Beraterin passt. Er macht mir einfach Spaß. Das Berliner Nachtleben ist spannend, es ist zwar auch anstrengend, aber sehr unterhaltsam.