Schauspieler

Kinolegende Pierre Brice im Babylon Mitte ausgezeichnet

Die Rolle seines Lebens brachte nicht nur Vorteile mit sich. Als Apachen-Häuptling Winnetou ritt Pierre Brice vor nunmehr 50 Jahren erstmals über die Kinoleinwände und wurde in seiner Paraderolle zum Idol einer ganzen Generation.

Anlässlich des 100. Todestages von Karl May und des 50. Jubiläums von Winnetou startete am Sonnabend ein kleines Karl-May-Festival im Kino Babylon Mitte. Pierre Brice, der Star-Gast der Veranstaltung, reiste eigens zur Eröffnung der Reihe in die Hauptstadt. Und bis auf die Nostalgie hatte der heute 83-jährige französische Schauspieler auch andere gute Gründe, an den Rosa-Luxemburg-Platz zu kommen. Ihm zu Ehren wurde für die ARD-Reihe "Legenden" ein Film-Porträt in Auftrag gegeben, das am Abend Vorpremiere feierte, bevor es am 29. April im Fernsehen ausgestrahlt wird.

Darin will die Regisseurin Cordula Kablitz-Post die Facetten des Mannes zeigen, der als 19-Jähriger freiwillig als Berufssoldat in Indochina und Algerien kämpfte und nach seiner Rückkehr als Fotomodel und Tänzer in das Showgeschäft Frankreichs eintauchte. Als Brice seine Schauspielerlaufbahn startete, wurde er wenig später, 1962, auf der Berlinale vom Produzenten Horst Wendlandt entdeckt. Als Winnetou in Wendlandts Karl-May-Filmen (1962-1968) erlebte Brice ungeahnte Erfolge. In Kablitz-Posts Porträt resümiert der Leinwandheld über diese und die folgende Zeit und spricht auf seinem Landsitz bei Paris über Höhen, aber auch Tiefen.

Auch seine ihm seit fast 31 Jahren angetraute Frau Hella und andere Wegbegleiter wie Film-Komponist Martin Böttcher sowie Karl-May-Bösewicht Mario Adorf erzählen darin vom Privatmenschen Pierre Brice. Sie alle kamen neben rund 300 Karl-May-Fans ins Babylon, wo Brice einen Preis für sein Lebenswerk entgegennahm.