Bühne

Opernpremiere im Kraftwerk Mitte

Rohe Betonwände, schwere Heizrohre und massive Stahlgeländer bildeten die ungewöhnliche, aber sehr reizvolle Kulisse für Luigi Nonos Oper "Al gran sole carico d'amore", die am Donnerstagabend im Kraftwerk Mitte an der Köpenicker Straße Premiere feierte.

Zahlreiche prominente Gäste, darunter Kulturstaatsminister Bernd Neumann, Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit mit seinem Lebensgefährten Jörn Kubicki, die Schauspieler Stefan Kurt und Ulrich Matthes sowie Friede Springer wollten sich diese Opernpremiere vor der einzigartigen Kulisse nicht entgehen lassen. "Ich finde es eine tolle Idee, die Staatsoper mal nach draußen zu verlegen. Vor allem in eine so außergewöhnliche Umgebung", lobte Wowereit.

Staatsopern-Intendant Jürgen Flimm präsentierte den Premierengästen stolz den ausgefallenen Spielort, der sich in direkter Nachbarschaft zum legendären Berliner Techno-Club "Tresor" befindet. "Das Schiller-Theater war zu klein, dann hätten wir anbauen müssen", sagte er. Zudem sei das alte Heizkraftwerk ein durchaus passender Ort für die "Revolutionsoper" des italienischen Komponisten. Schließlich standen hier früher die Arbeiter an den Maschinen, und Luigi Nonos Werk greift unter anderem den Aufstand der Frauen in der Pariser Kommune von 1871 als musikalisches Thema auf.

Jürgen Flimm selbst hat ein Faible für alte Fabrikgebäude. Als Chef der Ruhrtriennale bespielte er in den vergangenen Jahren zahlreiche alte Industrieruinen und konnte diesen Bauwerken einen ganz eigenen Charme abgewinnen. Verantwortlich für die imposante Inszenierung im Kraftwerk Mitte ist neben Flimm die britische Regisseurin Katie Mitchell.